
Die 10 einfachsten Aquarienfische für Anfänger
, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit

, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit
Die 10 einfachsten Aquarienfische für Anfänger: robuste Arten, Gruppengröße und Beckengröße im Überblick, inklusive Vergleichstabelle und häufigen Fehlern.
Das Aquarium steht, das Wasser ist bereit, und jetzt kommt die schönste Frage: welche Fische ziehen ein? Nicht jeder Fisch, den man im Zoofachhandel schwimmen sieht, eignet sich als erster Bewohner. Manche Arten brauchen so stabile Wasserwerte, dass schon kleine Schwankungen sie krank machen, während andere geradezu für ein neues Aquarium gemacht scheinen.
Kurzantwort: Die einfachsten Fische für Anfänger sind robuste, gesellige Arten, die kleine Schwankungen bei Temperatur und Wasserwerten gut vertragen, etwa Guppys, Platys, Schwertträger, Zebrabärblinge und Panzerwelse. Meide als Anfänger empfindliche Arten wie Neonsalmler in einem frisch eingefahrenen Aquarium, Buntbarsche mit speziellen Ansprüchen, und halte Goldfische nur in einem Aquarium ab mindestens 75 bis 100 Litern.
Ein Aquarium, das erst wenige Wochen läuft, hat noch keine perfekt stabilen Wasserwerte, auch nicht bei vorbildlichem Einfahren. Fische, die das gut wegstecken, haben meist diese Eigenschaften:
Steht das Aquarium noch nicht? Dann starte mit unserer kompletten Checkliste für die Aquarium-Einrichtung, damit das Wasser bereit ist, bevor die ersten Fische einziehen.
Diese zehn Arten verbinden eine robuste Gesundheit mit einem freundlichen Wesen und sind bei so gut wie jedem Zoofachhändler erhältlich.
Der Guppy ist für viele Aquarianer der erste Fisch, und das nicht ohne Grund: farbenfroh, aktiv und sehr tolerant bei den Wasserwerten. Guppys sind lebendgebärend und vermehren sich leicht, also rechne mit einer wachsenden Population. Ab 40 Litern und einer Gruppe von mindestens fünf Tieren ist ein angenehmer Start. Als Abwechslung im Speiseplan eignet sich Sera Artemia-Mix gut für kleinere Lebendgebärende.
Platys ähneln Guppys, sind aber etwas kräftiger gebaut und noch verzeihender bei kleinen Fehlern. Sie sind ruhig, kommen in vielen Farben vor und fühlen sich in einem Gesellschaftsbecken ab 40 Litern wohl, in einer Gruppe von mindestens fünf Tieren.
Schwertträger sind aktive Schwimmer, die etwas mehr Beckenlänge zu schätzen wissen, ab etwa 80 bis 100 Zentimetern Beckenbreite. Halte ein Verhältnis von mindestens zwei Weibchen pro Männchen ein, sonst wird ein Männchen schnell zu aufdringlich gegenüber dem Rest der Gruppe.
Mollys sind robust und gesellig, gedeihen aber am besten in etwas härterem Wasser als der durchschnittliche tropische Fisch. Sie fühlen sich in einer Gruppe von mindestens sechs Tieren wohl und sind, wie Guppys und Platys, lebendgebärend.
Kaum eine Art ist so unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen wie der Zebrabärbling. Dieser kleine, gestreifte Schwarmfisch ist ständig in Bewegung und fühlt sich in einer Gruppe von mindestens sechs Tieren mit ausreichend Schwimmraum am wohlsten.
Dieser kleine, robuste Schwarmfisch stammt ursprünglich aus kühleren Gebirgsbächen und kann deshalb sogar ohne Heizer gehalten werden, solange die Raumtemperatur nicht zu weit absinkt. Ideal für ein ruhiges, unauffälliges Gesellschaftsbecken ab 40 Litern.
Für den Bodenbereich ist der Panzerwels eine ausgezeichnete Wahl: ein ruhiger, schwarmbildender Wels, der Futterreste aufräumt und selten Probleme macht. Halte sie in Gruppen von mindestens sechs Tieren und sorge für einen feinen, weichen Bodengrund, denn ihre empfindlichen Barteln werden durch scharfkantigen Kies schnell beschädigt.
Der Betta ist ein auffälliger Einzelgänger: prachtvoll gefärbt, aber wegen seines territorialen Verhaltens nicht für die Haltung mit Artgenossen geeignet. Ein Becken ab 20 Litern mit Heizer und wenig Strömung reicht für ein Tier, eventuell zusammen mit ruhigen Bodenbewohnern.
Dieser leuchtend blaue Schwarmfisch ist etwas aktiver und braucht etwas mehr Schwimmraum als die vorherigen Arten, bleibt aber trotzdem gut für Anfänger geeignet. Eine Gruppe von mindestens sechs Tieren in einem Becken ab 80 Litern lässt die Farben am besten zur Geltung kommen.
Goldfische werden oft unterschätzt: Sie sind robuste Kaltwasserfische, werden aber ordentlich groß und produzieren viel Abfall. Rechne mit mindestens 75 bis 100 Litern für den ersten Goldfisch und zusätzlichem Volumen für jeden weiteren. Ein Goldfischglas ist für keinen Fisch geeignet.
| Fisch | Min. Beckengröße | Wassertemperatur | Gruppengröße |
|---|---|---|---|
| Guppy | 40 Liter | 22-28 °C | ab 5 |
| Platy | 40 Liter | 20-26 °C | ab 5 |
| Schwertträger | 80-100 Liter | 20-26 °C | ab 5 |
| Molly | 60 Liter | 24-28 °C | ab 6 |
| Zebrabärbling | 60 Liter | 18-25 °C | ab 6 |
| Kardinalfisch | 40 Liter | 18-22 °C | ab 6 |
| Panzerwels | 60 Liter | 22-26 °C | ab 6 |
| Siamesischer Kampffisch | 20 Liter | 24-28 °C | einzeln |
| Zwergregenbogenfisch | 80 Liter | 23-27 °C | ab 6 |
| Goldfisch | 75-100 Liter | 10-22 °C | ab 1, plus Volumen pro Fisch |
Manche beliebte Fische sind gerade keine gute erste Wahl. Neonsalmler und andere kleine Salmler wirken simpel, sind aber recht empfindlich gegenüber schwankenden Wasserwerten und gedeihen erst in einem länger eingefahrenen Aquarium richtig. Diskusfische und die meisten Buntbarsche haben so spezielle Ansprüche an Wasserwerte und Verhalten, dass sie eher zu erfahrenen Aquarianern passen. Und so niedlich es aussieht: Ein einzelner Goldfisch in einer Schale ohne Filter ist für keinen Fisch ein lebenswerter Ort.
Kann ich verschiedene Arten aus dieser Liste zusammen halten?
In den meisten Fällen ja. Guppys, Platys, Schwertträger, Mollys, Zebrabärblinge, Kardinalfische, Panzerwelse und Zwergregenbogenfische lassen sich gut kombinieren. Den Siamesischen Kampffisch hält man besser allein oder mit ruhigen Bodenbewohnern, und einen Goldfisch kombiniert man wegen des Temperaturunterschieds nicht mit tropischen Arten.
Wie viele Fische passen in mein Aquarium?
Das hängt vom Volumen, dem Filter und der Endgröße der Fische ab. Rechne im Zweifel eher vorsichtig und erweitere den Besatz erst, wenn die Wasserwerte stabil bleiben.
Brauche ich immer einen Heizer?
Für die meisten Arten in dieser Übersicht ja. Nur der Kardinalfisch und der Goldfisch kommen ohne Heizer aus, sofern die Raumtemperatur nicht zu weit absinkt.
Warum werden Neonsalmler nicht für Anfänger empfohlen?
Neonsalmler reagieren empfindlich auf schwankende Wasserwerte und gedeihen besser in einem Aquarium, das schon länger stabil läuft, nicht in den ersten Wochen nach dem Einfahren.
Die richtige Fischwahl beginnt nicht bei der schönsten Farbe, sondern bei der Frage, ob eine Art zum eigenen Becken und zur eigenen Erfahrung passt. Guppys, Platys, Schwertträger, Mollys, Zebrabärblinge, Kardinalfische und Panzerwelse bilden zusammen eine solide Basis für ein Gesellschaftsbecken, während der Siamesische Kampffisch und der Goldfisch eigene Bedürfnisse haben, die man vorher kennen sollte. Wer so startet, baut ein Aquarium auf, an dem Fische und Halter über Jahre Freude haben.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient als allgemeine Information. Wende dich bei Fragen zu bestimmten Fischarten oder Wasserwerten an einen Fachhändler.