Hitzestress bei Hunden: Symptome erkennen und Überhitzung vorbeugen
, Von Michael van Wassem, 5 min Lesezeit
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Hitzestress bei Hunden erkennst du an Hecheln, Sabbern und Mattigkeit. Erfahre mehr über Symptome, Erste Hilfe und Tipps gegen Überhitzung im Sommer.
An einem warmen Sommertag kann ein Hund innerhalb von nur einer halben Stunde überhitzen — vor allem bei einem ausgiebigen Spaziergang oder in einem Auto, das sich schnell aufheizt. Hitzestress entsteht, wenn ein Hund seine Körpertemperatur nicht mehr rechtzeitig regulieren kann. Erste Anzeichen sind übermäßiges Hecheln, Sabbern und Mattigkeit. Hält die Wärmebelastung an, kann daraus ein Hitzschlag entstehen, ein akuter Notfall. Im Folgenden liest du, wie du die Symptome erkennst, was du sofort tun solltest und vor allem, wie du es vermeidest.
Hunde kühlen sich vor allem durchs Hecheln ab und in geringerem Maße über Schweißdrüsen in den Pfotenballen. Das ist deutlich weniger effektiv als das Schwitzen beim Menschen. Bei hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit oder Anstrengung kann der Körper die Wärme nicht schnell genug abgeben, wodurch die Körpertemperatur ansteigt. Hält dieser Zustand an, spricht man von Hitzestress. Im schlimmsten Fall entsteht ein Hitzschlag, bei dem Organe geschädigt werden können.
Die ersten Anzeichen sind oft subtil und werden deshalb leicht übersehen:
Verschlimmert sich der Zustand, können ernstere Anzeichen auftreten: Erbrechen, Durchfall, Taumeln, Verwirrtheit oder sogar Ohnmacht. Das sind Anzeichen für einen Hitzschlag.
⚠️ Achtung: Ein Hitzschlag ist ein tierärztlicher Notfall. Ruf bei Taumeln, Verwirrtheit, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit sofort einen Tierarzt an, auch wenn du unterwegs bereits mit dem Abkühlen beginnst.
Jeder Hund kann von Hitzestress betroffen sein, manche Hunde sind jedoch anfälliger:
Eine feste Grenze gibt es nicht – das Risiko hängt von der Luftfeuchtigkeit, der Sonneneinstrahlung und der Kondition deines Hundes ab. Tierärzte und Tierschutzorganisationen nutzen dennoch einige Faustregeln, die du gut als Richtlinie verwenden kannst:
Fahrradfahren ist für einen Hund anstrengender als Spazierengehen: Er hält dabei oft ein Tempo, das über seiner natürlichen Trabgeschwindigkeit liegt, wodurch die Körpertemperatur schneller ansteigt. Im Zweifel gilt für Fahrradtouren daher eine niedrigere Temperaturgrenze als für einen ruhigen Spaziergang. Kombiniere die Temperatur immer mit dem zuvor genannten Asphalttest: Auch bei einer moderaten Temperatur kann die Sonne den Belag stark aufgeheizt haben.
Handle ruhig, aber schnell:
Ein nasses Handtuch ist in diesem Moment Gold wert: Lege es über Nacken, Achseln und Leisten, wo große Blutgefäße dicht unter der Haut liegen. Ein Pet-Towel eignet sich dafür besonders gut, da es viel Feuchtigkeit aufnimmt und wiederverwendbar ist.
Vorbeugen ist bei Hitzestress immer besser als heilen — und meistens auch ganz einfach.
Für längere Sommerspaziergänge lohnt es sich, vorab eine Route mit ausreichend Schatten zu wählen. Wirf auch einen Blick auf unsere Ausrüstung fürs Wandern mit deinem Hund, wenn du auf der Suche nach passendem Zubehör für unterwegs bist.
Ja, sofern schnell gehandelt wird. Je früher ein Hund abgekühlt wird und je schneller bei ernsten Anzeichen ein Tierarzt hinzugezogen wird, desto größer ist die Chance auf vollständige Genesung.
Bei den meisten Rassen wird davon abgeraten: Das Fell schützt gerade vor Sonnenbrand und isoliert gegen Hitze. Sprich im Zweifel mit einem Hundesalon oder Tierarzt darüber, was für den Felltyp deines Hundes sinnvoll ist.
Ja. Ein schlecht belüfteter Raum, ein Auto in der Sonne oder ein Garten ohne Schatten können ebenfalls zu Hitzestress führen, auch ohne dass dein Hund sich aktiv bewegt hat.
Besser ist es, Nacken, Achseln und Leisten mit kühlem Wasser zu befeuchten und deinen Hund in Ruhe trinken zu lassen. Vermeide eiskaltes Wasser, denn das kann die Abkühlung eher verzögern.
Hitzestress bei Hunden beginnt oft unauffällig — übermäßiges Hecheln, Sabbern und Mattigkeit —, kann aber schnell zu einem Notfall werden. Kenne die Risikofaktoren für deinen Hund, passe die Spaziergangszeiten an die Temperatur an, sorge immer für Wasser und Schatten, und lass deinen Hund niemals allein im Auto zurück. Bist du dir unsicher über den Zustand deines Hundes? Wende dich dann immer an deinen Tierarzt.