Katzenfutter auswählen: der komplette Ratgeber für eine gesunde Ernährung

, Von Michael van Wassem, 11 min Lesezeit

Alles über die Wahl von gutem Katzenfutter: welche Anforderungen es erfüllen muss, aufgeteilt nach Lebensphase, mit Checkliste und Vergleichstabelle. Der komplette Ratgeber von Fidello.

Kurze Antwort: Gutes Katzenfutter ist proteinreich, enthält ausreichend Taurin und Feuchtigkeit und passt zu Alter, Gewicht und Gesundheit deiner Katze. Nassfutter unterstützt die Flüssigkeitsaufnahme, Trockenfutter ist praktisch und länger haltbar — die meisten Katzen kommen gut mit einer Kombination aus beidem zurecht. Achte auf dem Etikett auf eine klar benannte tierische Proteinquelle ganz oben in der Zutatenliste, wähle Futter passend zur Lebensphase (Kitten, erwachsen, Senior) und baue einen Futterwechsel immer schrittweise über sieben bis zehn Tage auf.

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

  • Katzen sind strikte Fleischfresser: Ihre Ernährung muss überwiegend aus tierischem Protein bestehen, mit ausreichend Taurin, Arginin und den richtigen Fettsäuren.
  • Trockenfutter und Nassfutter sind beide vollwertig, sofern sie als „vollständig und ausgewogen" gekennzeichnet sind — der Unterschied liegt vor allem im Feuchtigkeitsgehalt und in der Praktikabilität.
  • Kitten, erwachsene Katzen und Senioren haben jeweils unterschiedliche Bedürfnisse an Energie, Protein und Mineralstoffen.
  • Auf dem Etikett sagen die ersten Zutaten am meisten aus: Achte auf eine benannte Fleischsorte („Huhn", „Lachs") statt auf vage Begriffe wie „tierische Nebenerzeugnisse".
  • Wechsle das Futter nie abrupt: Baue einen Futterwechsel über mindestens sieben Tage auf, um Magenprobleme zu vermeiden.
  • Bist du dir bei einem Diätfutter für eine medizinische Erkrankung unsicher, sprich immer zuerst mit deinem Tierarzt, bevor du selbst etwas änderst.

Woraus besteht gutes Katzenfutter?

Eine Katze ist, im Gegensatz zu einem Hund, ein obligater Fleischfresser (obligater Karnivore). Das bedeutet, dass ihr Körper auf eine Ernährung ausgerichtet ist, die überwiegend aus tierischem Protein besteht, und dass sie bestimmte Stoffe nicht selbst herstellen kann, obwohl sie diese braucht, um gesund zu bleiben.

  • Protein: Katzen benötigen verhältnismäßig mehr Protein als Hunde, am besten von hoher tierischer Qualität. Protein liefert nicht nur Baustoffe für die Muskeln, sondern auch Energie.
  • Taurin: Diese Aminosäure kommt nur in tierischem Gewebe vor. Ein Mangel kann langfristig zu Herzproblemen und Blindheit führen. Handelsübliches Katzenfutter, das den FEDIAF-Ernährungsrichtlinien entspricht, enthält ausreichend Taurin, aber bei selbst zubereitetem oder unzureichend zusammengesetztem Futter kann ein Mangel entstehen.
  • Arginin und essenzielle Fettsäuren: Arginin wird benötigt, um Ammoniak (ein Abfallprodukt der Proteinverdauung) sicher auszuscheiden; Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 unterstützen Haut, Fell und Immunsystem.
  • Feuchtigkeit: Katzen stammen von einem Wüstentier ab und haben von Natur aus einen schwachen Durstreiz. Sie nehmen Flüssigkeit lieber über ihr Futter auf als aus dem Wassernapf, was Nassfutter zu einer wertvollen Ergänzung macht, besonders bei Katzen, die wenig trinken.

💡 Wusstest du schon... dass Katzen keine Kohlenhydrate in ihrer Ernährung brauchen? Viele Trockenfutter enthalten zwar Getreide oder Kartoffeln als Bindemittel, aber das ist für Katzen kein essenzieller Nährstoff — mit getreidefreiem Futter verpasst du also nichts, auch wenn es nicht automatisch besser ist.

Trockenfutter oder Nassfutter: Was ist der Unterschied?

Beide Typen können, sofern vollständig zusammengesetzt, eine gesunde Ernährung bilden. Der Unterschied liegt vor allem im Feuchtigkeitsgehalt, in der Praktikabilität und im Preis pro Portion.

Vorteile von Trockenfutter

Trockenfutter ist nach dem Öffnen länger haltbar, lässt sich leicht dosieren und ist pro Tag oft günstiger. Außerdem kann es durch die mechanische Wirkung zur Zahnreinigung beitragen, auch wenn dies keine Zahnpflege ersetzt.

Vorteile von Nassfutter

Nassfutter enthält in der Regel 70 bis 80 Prozent Feuchtigkeit, gegenüber 6 bis 10 Prozent bei Trockenfutter. Das macht es wertvoll für die Flüssigkeitsaufnahme, was wiederum zu einer gesunden Nierenfunktion und gesunden Harnwegen beiträgt — besonders bei älteren Katzen oder Katzen, die anfällig für Blasenprobleme sind.

🐾 Praxistipp: Viele Katzenbesitzer kombinieren beides: Trockenfutter als Basis oder Snack, ergänzt durch ein bis zwei Portionen Nassfutter pro Tag für zusätzliche Flüssigkeit und Abwechslung. Achte darauf, dass die gesamte tägliche Kalorienmenge im Gleichgewicht bleibt — berechne dies notfalls anhand der Fütterungsempfehlungen auf der Verpackung.

Katzenfutter nach Lebensphase

Der Nährstoffbedarf einer Katze verändert sich im Laufe ihres Lebens. Futter, das zur Lebensphase passt, ist daher kein Marketingtrick, sondern durchaus relevant.

Kitten (bis etwa 12 Monate)

Kitten wachsen schnell und benötigen verhältnismäßig mehr Energie, Protein, Kalzium und Phosphor als erwachsene Katzen. Kittenfutter ist darauf abgestimmt, mit kleineren Kroketten und einer höheren Nährstoffdichte. Baue den Übergang zu Futter für erwachsene Katzen rund um den ersten Geburtstag schrittweise auf.

Erwachsene Katze (1 bis etwa 7-8 Jahre)

In dieser Phase geht es vor allem um eine ausgewogene Erhaltungsernährung, abgestimmt auf das Aktivitätsniveau und darauf, ob deine Katze sterilisiert oder kastriert ist. Sterilisierte Katzen haben einen geringeren Energieverbrauch und laufen dadurch schneller Gefahr, übergewichtig zu werden; spezielles „Sterilised"-Futter berücksichtigt dies mit weniger Kalorien pro Portion.

Senior-Katze (ab etwa 7-8 Jahren)

Ältere Katzen bewegen sich in der Regel weniger, können anfälliger für Gelenk-, Nieren- oder Zahnprobleme werden und profitieren oft von leicht verdaulichem Protein und einem angepassten Mineralstoffgehalt. Wähle bei Unsicherheit über die Gesundheit einer Senior-Katze in Absprache mit deinem Tierarzt gegebenenfalls Diätfutter statt Standard-Seniorfutter.

Besondere Ernährungsbedürfnisse

Manche Katzen haben neben ihrer Lebensphase auch eine spezifische Gesundheitssituation, die eine angepasste Ernährung erfordert.

  • Übergewicht: In den Niederlanden hat ein erheblicher Teil der gehaltenen Katzen Übergewicht. Kalorienärmeres Futter, kleinere Portionen und mehr Bewegung (zum Beispiel interaktives Spielzeug) helfen, dies zu reduzieren.
  • Futterallergie oder -unverträglichkeit: erkennbar an Juckreiz, Hautproblemen oder wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden. Ein hypoallergenes Futter mit einer begrenzten Anzahl klar definierter Zutaten kann Abhilfe schaffen, vorzugsweise nach Rücksprache mit deinem Tierarzt.
  • Nierenprobleme: kommen bei älteren Katzen relativ häufig vor. Diätfutter mit angepasstem Phosphor- und Proteingehalt wird häufig vom Tierarzt verschrieben und sollte nicht ohne Diagnose selbst gewählt werden.
  • Harnwegsprobleme: Futter, das auf einen gesunden pH-Wert des Urins abzielt, und zusätzliche Flüssigkeit (vorzugsweise Nassfutter) können helfen, Kristallbildung vorzubeugen.

⚠️ Achtung: Diätfutter für medizinische Erkrankungen wie Nieren- oder Harnwegsprobleme wählst du nicht selbst auf Verdacht aus. Lass deine Katze zuerst von einem Tierarzt untersuchen; nur so weißt du sicher, dass das gewählte Futter wirklich zur Diagnose passt.

Wie liest man ein Katzenfutter-Etikett?

Eine Verpackung behauptet schnell „Premium" oder „vollständig", aber die Zutatenliste und die Nährwerttabelle erzählen die eigentliche Geschichte.

Worauf achtest du in der Zutatenliste?

  • Zutaten sind nach Gewicht geordnet — die ersten ein bis zwei sagen am meisten aus.
  • Achte auf eine benannte Proteinquelle, wie „Huhn" oder „Lachs", statt auf vage Angaben wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse".
  • Ein Hinweis wie „vollständig und ausgewogen" (oder „Alleinfuttermittel") gemäß den FEDIAF-Richtlinien bedeutet, dass das Futter als einzige Nahrungsquelle geeignet ist; „ergänzendes" Futter (wie viele Katzensnacks) ist das nicht.

Was sagt die Nährwerttabelle aus?

Auf der Verpackung findest du meist den Prozentsatz an Rohprotein, Rohfett, Rohasche und Feuchtigkeit. Vergleiche diese Werte am besten „auf Trockenmasse-Basis", wenn du Trockenfutter mit Nassfutter vergleichst, da Nassfutter durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt sonst immer niedriger erscheint, als es tatsächlich ist.

Häufige Fehler bei der Wahl von Katzenfutter

  • Nur nach dem Preis auswählen: Günstiges Futter enthält oft mehr Füllstoffe und weniger tierisches Protein, was langfristig die Gesundheit und sogar die Portionsgröße (und damit die Kosten) beeinflussen kann.
  • Ausschließlich Trockenfutter an eine Katze geben, die wenig trinkt: Dies erhöht das Risiko für zu konzentrierten Urin und Harnwegsbeschwerden.
  • Das Futter am Alter deiner Katze in Menschenjahren ausrichten: Achte auf die tatsächliche Lebensphasen-Einteilung auf der Verpackung (Kitten, Adult, Senior), nicht auf eine Faustregel.
  • Zu schnell die Marke oder Geschmacksrichtung wechseln: Ein abrupter Wechsel kann Erbrechen oder Durchfall verursachen, auch bei an sich geeignetem Futter.
  • Freie Fütterung („Free Feeding") ohne Portionskontrolle: Viele Katzen regulieren ihre eigene Futteraufnahme nicht gut genug, um Übergewicht zu vermeiden, besonders bei Trockenfutter, das ständig verfügbar ist.
  • Hundefutter an eine Katze geben, auch nur einmalig: Hundefutter enthält für eine Katze unzureichend Taurin und Arginin und ist langfristig nicht geeignet.

Zu neuem Futter wechseln: So machst du es sicher

Der Magen-Darm-Trakt einer Katze braucht Zeit, um sich an neue Zutaten zu gewöhnen. Baue den Wechsel daher immer schrittweise auf, zum Beispiel nach folgendem Schema:

Tag Altes Futter Neues Futter
Tag 1-2 75% 25%
Tag 3-4 50% 50%
Tag 5-6 25% 75%
Ab Tag 7 0% 100%

Bemerkst du Erbrechen, anhaltenden Durchfall oder dass deine Katze das neue Futter konsequent verweigert, verlangsame den Übergang oder wende dich an deinen Tierarzt. Manche Katzen, besonders wählerische Fresser, profitieren von einem noch schrittweiseren Zeitplan über zwei Wochen.

Vergleich: Trockenfutter, Nassfutter und frisches Futter

Futtertyp Feuchtigkeitsgehalt Haltbarkeit nach dem Öffnen Preis pro Tag Geeignet für
Trockenfutter Niedrig (6-10%) Wochen bis Monate Meist niedrig Tägliche Basis, Katzen, die gut trinken
Nassfutter (Dose/Schale) Hoch (70-80%) 1-2 Tage gekühlt Mittel bis hoch Zusätzliche Flüssigkeit, wählerische Fresser, Senioren
Frisch/roh (BARF, Tiefkühl) Hoch Sofort verzehren, begrenzt haltbar Mittel bis hoch Besitzer, die sich bewusst für eine natürliche Ernährung entscheiden

Entscheidest du dich für frisches oder rohes Futter (BARF), achte auf ein vollständig zusammengesetztes Produkt — einzelne Fleischstücke allein sind keine ausgewogene Ernährung. Frage bei Unsicherheit deinen Tierarzt um Rat, besonders bei Kitten, trächtigen oder säugenden Katzen.

Checkliste: Katzenfutter auswählen in 8 Schritten

  • ✅ Prüfe, ob das Futter als „vollständig und ausgewogen" gekennzeichnet ist
  • ✅ Wähle Futter passend zur Lebensphase: Kitten, erwachsen oder Senior
  • ✅ Achte auf eine benannte tierische Proteinquelle ganz oben in der Zutatenliste
  • ✅ Kombiniere Trockenfutter mit Nassfutter für zusätzliche Flüssigkeit, besonders bei Katzen, die wenig trinken
  • ✅ Berücksichtige Sterilisation, Gewicht und Aktivitätsniveau
  • ✅ Sprich bei gesundheitlichen Beschwerden mit deinem Tierarzt, bevor du Diätfutter wählst
  • ✅ Baue jeden Wechsel zu neuem Futter über mindestens sieben Tage auf
  • ✅ Berechne die empfohlene Tagesportion anhand der Verpackung, statt nach Gefühl zu füttern

Häufig gestellte Fragen

Ist getreidefreies Katzenfutter besser für meine Katze?

Nicht unbedingt. Katzen brauchen keine Kohlenhydrate, aber gut zusammengesetztes Futter mit Getreide kann trotzdem vollwertig sein. Getreidefrei ist vor allem relevant bei einer nachgewiesenen Getreideallergie oder -unverträglichkeit.

Wie oft am Tag sollte ich meine Katze füttern?

Die meisten erwachsenen Katzen kommen gut mit zwei bis drei kleineren Mahlzeiten pro Tag zurecht, über den Tag verteilt. Kitten benötigen häufigere, kleinere Portionen; folge hierbei den Angaben auf der Verpackung.

Darf ich meine Katze vegetarisch oder vegan ernähren?

Nein. Katzen sind strikte Fleischfresser, die essenzielle Stoffe wie Taurin nur in ausreichender Menge aus tierischem Gewebe gewinnen. Eine pflanzliche Ernährung kann langfristig zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen.

Warum frisst meine Katze plötzlich weniger von ihrem gewohnten Futter?

Dies kann auf Langeweile, eine geänderte Rezeptur des Herstellers, Zahnprobleme oder eine zugrunde liegende gesundheitliche Beschwerde hindeuten. Hält der verminderte Appetit länger als ein bis zwei Tage an, wende dich an deinen Tierarzt.

Kann ich Trockenfutter und Nassfutter am selben Tag abwechselnd geben?

Ja, das ist für die meisten Katzen kein Problem und wird sogar oft empfohlen, wegen der zusätzlichen Flüssigkeitsaufnahme aus dem Nassfutter. Teile jedoch die gesamten Tageskalorien auf beide auf, damit deine Katze nicht zu viel bekommt.

Wie viel kostet gutes Katzenfutter durchschnittlich pro Monat?

Das hängt stark von der Marke, dem Typ (trocken, nass oder frisch) und dem Gewicht deiner Katze ab. Rechne für qualitativ hochwertiges Trockenfutter mit etwa 15 bis 35 Euro pro Monat für eine durchschnittliche Katze; Nassfutter oder frisches Futter als Hauptnahrung liegt in der Regel höher.

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Fazit

Es gibt kein einziges Futter, das für jede Katze das beste ist — das richtige Katzenfutter hängt von Alter, Gesundheit, Aktivitätsniveau und den persönlichen Vorlieben deiner Katze ab. Sorge für ausreichend tierisches Protein und Taurin, berücksichtige die Lebensphase, achte auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und baue jeden Futterwechsel schrittweise auf. Bist du dir unsicher, ist dein Tierarzt immer die beste Quelle für individuelle Ernährungsberatung. Entdecke das gesamte Sortiment an Katzenfutter und finde die Ernährung, die zu deiner Katze passt.

Quellen und weiterführende Informationen: FEDIAF (European Pet Food Industry Federation) Ernährungsrichtlinien für Katzen und Hunde, WSAVA (World Small Animal Veterinary Association) Global Nutrition Guidelines, Fakultät für Tiermedizin der Universität Utrecht. Bist du dir über die Ernährung oder Gesundheit deiner Katze unsicher, wende dich immer an deinen eigenen Tierarzt.

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