
Wusstest du das schon? 8 überraschende Fakten über deinen Hund
, Von Michael van Wassem, 4 min Lesezeit

, Von Michael van Wassem, 4 min Lesezeit
Warum dreht sich dein Hund im Kreis, bevor er sich hinlegt, und träumt er wirklich? 8 überraschende, fundierte Fakten über das Verhalten deines Hundes.
Dein Hund tut jeden Tag Dinge, die völlig normal wirken, bei genauerem Hinsehen aber ziemlich bemerkenswert sind: sich im Kreis drehen, bevor er sich hinlegt, mit den Pfoten zuckend träumen, oder genau in dem Moment gähnen, in dem du gähnst. Hinter diesem Verhalten stecken oft Tausende Jahre Evolution, eine Nase, die wie ein Supercomputer funktioniert, oder eine einfache Form sozialer Verbundenheit. Acht Fakten, die deinen Blick auf deinen eigenen Vierbeiner ein wenig verändern.
Die Nase eines Hundes enthält bis zu 300 Millionen Riechzellen, verglichen mit etwa 5 bis 6 Millionen bei einem Menschen. Der Bereich des Hundegehirns, der Gerüche verarbeitet, ist im Verhältnis vierzigmal größer als bei uns. Hunde besitzen sogar ein zusätzliches Riechorgan, das Jacobsonsche Organ, mit dem sie Duftspuren und Pheromone wahrnehmen können, die wir niemals riechen würden. Dieses Riechvermögen wird auch praktisch genutzt: Speziell ausgebildete medizinische Spürhunde erkennen zum Beispiel einen sinkenden Blutzuckerspiegel bei Diabetikern, und es wird erforscht, ob sich bestimmte Krankheiten über den Atem aufspüren lassen.
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Dieser Instinkt stammt vermutlich von wilden Vorfahren, die vor dem Schlafen erst hohes Gras platttraten und die unmittelbare Umgebung auf Gefahren wie Schlangen oder Insekten prüften. Auch Hunde, die noch nie im Freien geschlafen haben, zeigen dieses Verhalten - es sitzt tief in ihren Genen, selbst wenn das Körbchen längst auf weichem Boden steht.
Forscher, die die Gehirnaktivität schlafender Hunde untersuchten, sahen während des sogenannten REM-Schlafs Muster, die stark denen träumender Menschen ähneln. Zuckende Pfoten, leise Laute oder eine sich bewegende Nase während eines Nickerchens deuten stark darauf hin, dass Hunde träumen - vermutlich von vertrauten Dingen wie Rennen, Spielen oder Schnüffeln.
Italienische Forscher entdeckten, dass Hunde asymmetrisch wedeln: Bei etwas Angenehmem, wie dem Anblick ihres Menschen, schlägt der Schwanz etwas stärker nach rechts aus. Bei etwas Spannendem oder Unangenehmem, etwa einem fremden, dominanten Hund, schlägt er eher nach links aus. Andere Hunde nehmen diesen Unterschied nachweislich wahr. Schwanzwedeln bedeutet also nicht automatisch "fröhlich" - der Kontext und die restliche Körpersprache erzählen die eigentliche Geschichte.
Genau wie unter Menschen ist Gähnen offenbar auch zwischen Mensch und Hund ansteckend. In Studien gähnten Hunde nachweislich häufiger, nachdem sie einen Menschen hatten gähnen sehen, und dieser Effekt war beim eigenen Halter stärker als bei einer fremden Person. Wissenschaftler sehen darin ein mögliches Zeichen für soziale Verbundenheit und Empathiefähigkeit zwischen den beiden Arten.
Ein Lecken hier und da gehört zum täglichen Kontakt dazu, doch übermäßiges Lecken - an dir, an sich selbst oder an Gegenständen - kann auch eine selbstberuhigende Wirkung haben. Die Speichelproduktion und die sich wiederholende Bewegung wirken entspannend, vergleichbar mit einer Form des Stressabbaus. Deshalb lecken und kauen Hunde gerne ausgiebig an etwas herum, besonders wenn sie einen Moment für sich brauchen.
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Menschen kühlen sich ab, indem sie am ganzen Körper schwitzen, doch Hunde besitzen kaum Schweißdrüsen - nur ein paar verstreute Drüsen in den Pfotenballen. Abkühlen tun sie vor allem durch Hecheln: Durch schnelles Atmen verdunstet Feuchtigkeit über Zunge, Maul und Nase, wodurch die Körpertemperatur sinkt. Das ist auch der Grund, warum Hunde bei warmem Wetter viel anfälliger für Überhitzung sind als wir.
Hunde sind nicht farbenblind, wie lange angenommen wurde, sehen aber ein eingeschränkteres Farbspektrum als Menschen. Sie sind Dichromaten: Ihre Augen unterscheiden vor allem Blau- und Gelbtöne, während Rot und Grün für sie kaum voneinander zu unterscheiden sind - vergleichbar mit einer Rot-Grün-Sehschwäche beim Menschen. Ein leuchtend gelbes Spielzeug im Gras fällt deinem Hund also viel eher auf als ein rotes.
Diese Fakten sind nicht nur interessant, sondern auch nützlich. Ein Hund mit einer Nase wie einem Supercomputer wird glücklich durch Schnüffel- und Nasenarbeit, und ein Hund, der sich durch Lecken und Kauen beruhigt, profitiert von interaktivem Schnüffelspielzeug, bei dem er sich seine Belohnung selbst erarbeiten muss. Verstecke beim Spielen ab und zu ein paar leckere Snacks, und du kombinierst Riecharbeit, Denkarbeit und einen kleinen Leckerbissen in einer einzigen Aktivität. So nutzt du genau die Eigenschaften, in denen dein Hund von Natur aus gut ist.
Von einer Nase mit 300 Millionen Riechzellen bis zu einem Schwanz, der Geheimnisse verrät: Das Verhalten deines Hundes steckt voller kleiner wissenschaftlicher Wunder. Wer diese Fakten kennt, versteht seinen Hund nicht nur besser, sondern kann auch gezielt darauf eingehen - mit einem Schnüffelspiel, einem gefüllten Kauring, oder indem er einfach etwas genauer auf den wedelnden Schwanz achtet.