Arabische Mau

Arabische Mau - die robuste Katze aus der Wüste

Die Arabische Mau ist keine Katze, die von Menschen nach einem vorab festgelegten Aussehen gezüchtet wurde. Sie ist eine natürliche Rasse, die sich über Jahrhunderte hinweg eigenständig in den Städten und Wüsten der Arabischen Halbinsel entwickelt hat. Dieser Ursprung zeigt sich deutlich im Charakter: unabhängig, wachsam und zugleich überraschend anhänglich, sobald sich das Tier bei seinen Menschen sicher fühlt. Wer eine Arabische Mau in Betracht zieht, holt sich keine Ausstellungskatze ins Haus, sondern einen robusten, praktisch veranlagten Mitbewohner mit einem starken Überlebensinstinkt.

Kernmerkmale

  • Herkunft: Arabische Halbinsel (unter anderem Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Oman und Kuwait)
  • Rassecharakter: natürliche Rasse (Landrasse), nicht gezielt auf ein bestimmtes Aussehen gezüchtet
  • Anerkennung: World Cat Federation (WCF), seit 2008
  • Gewicht: durchschnittlich 3 bis 5 kg
  • Schulterhöhe: etwa 30 cm
  • Fell: kurz, dicht, mit wenig Unterwolle
  • Fellfarben: sehr unterschiedlich, von einfarbig bis Tabby und mehrfarbig, da es keinen festen Farbstandard gibt
  • Aktivitätsniveau: hoch
  • Fellpflege: gering
  • Lebenserwartung: durchschnittlich 12 bis 14 Jahre, vereinzelt bis zu 17 Jahre

Eignungscheck

Die Arabische Mau passt gut zu einem Haushalt, der:

  • täglich Zeit für Spiel und Bewegung einplanen kann;
  • ein Zuhause oder eine Wohnung mit ausreichend Höhe zum Klettern und Überblicken bietet;
  • eine Katze mit eigenem Willen schätzt, die sich nicht zum Kuscheln zwingen lässt;
  • bereit ist, die Seltenheit der Rasse bei der Anschaffung zu akzeptieren, einschließlich längerer Wartezeiten.

Die Rasse eignet sich weniger für alle, die eine ruhige Schmusekatze suchen, die den größten Teil des Tages still auf dem Sofa liegt, oder für einen Haushalt, in dem die Katze den größten Teil des Tages ohne Beschäftigung allein bleiben muss.

Name und Anerkennung

Der Name „Mau“ wird bei mehreren Katzenrassen aus dem Nahen Osten und Nordafrika verwendet und verweist auf die regionale Herkunft des Tieres, nicht auf eine gemeinsame Abstammung mit beispielsweise der Ägyptischen Mau. Die Arabische Mau wurde erst zu Beginn dieses Jahrhunderts erstmals systematisch untersucht und dokumentiert, unter anderem von Züchtern in den Vereinigten Arabischen Emiraten wie der deutschen Züchterin Petra Müller, die die Straßenkatzen der Region genau beobachtete und erfasste. Diese Arbeit führte 2008 zur offiziellen Anerkennung durch die World Cat Federation, woraufhin die Rasse ab 2009 an internationalen Katzenausstellungen teilnehmen durfte. Andere große Verbände wie FIFe und TICA erkennen die Rasse (noch) nicht an, weshalb die Arabische Mau außerhalb von WCF-Kreisen seltener auf Ausstellungen zu sehen ist.

Geschichte

Seit Jahrhunderten leben kurzhaarige Katzen in den Siedlungen der Arabischen Halbinsel, wo sie ohne menschliche Steuerung ihren eigenen Platz als Jäger von Mäusen und Insekten rund um Häuser, Märkte und Moscheen einnahmen. Das extreme Klima mit heißen, trockenen Sommern und wenig Wasser wirkte wie eine natürliche Selektion: Nur die stärksten, am besten angepassten Tiere pflanzten sich fort. Das erklärt den muskulösen Körperbau, das effiziente kurze Fell und das eigenständige Verhalten der heutigen Arabischen Mau. Erst als Züchter in der Golfregion diese Straßenkatzen als genetisch zusammenhängende Population mit konsistenten Merkmalen zu erkennen begannen, entstand die Idee, sie als eigenständige Rasse festzulegen. Außerhalb des Nahen Ostens bleibt die Arabische Mau bis heute eine seltene Erscheinung.

Erscheinungsbild

Die Arabische Mau ist eine mittelgroße, muskulöse Katze mit langen Beinen und einem athletischen, geschmeidigen Körperbau, der deutlich macht, dass das Tier zum Laufen und Klettern gebaut ist. Die großen, leicht spitzen Ohren sitzen hoch auf dem Kopf und helfen dem Körper, Wärme abzugeben – ein Merkmal, das direkt aus dem Leben in einem warmen Klima resultiert. Die mandelförmigen Augen sind meist gelb, grün oder bernsteinfarben und verleihen der Katze einen aufmerksamen, intelligenten Ausdruck. Das Fell ist kurz und glatt mit wenig Unterwolle, was das Tier kühl hält, aber auch bedeutet, dass die Arabische Mau weniger widerstandsfähig gegen anhaltende Kälte ist. Da die Rasse nicht durch gezielte Farbzucht entstanden ist, kommen nahezu alle Farbmuster vor: von einfarbigem Schwarz oder Weiß bis hin zu getigerten Zeichnungen und bunten Kombinationen.

Charakter

Menschen, die mit einer Arabischen Mau zusammenleben, beschreiben den Charakter oft als eine Mischung aus Eigenständigkeit und echter Bindung an die Familie. Die Katze sucht von sich aus Nähe, allerdings zu ihren eigenen Bedingungen: Es ist im Allgemeinen keine Katze, die stundenlang auf dem Schoss liegt. In der Praxis wirken Kater im Durchschnitt etwas ruhiger und zeigen ihre Zuneigung offener, während Kätzinnen oft ebenso anhänglich sind, dies aber selektiver zeigen; dies sind Tendenzen, keine festen Regeln, und der Charakter einer einzelnen Katze kann davon abweichen. Die Intelligenz und Wachsamkeit, die der Rasse auf der Straße das Überleben sicherten, äußern sich zu Hause als Neugier, Aufmerksamkeit für Geräusche und Bewegungen sowie eine ausgeprägte Vorliebe für spielerische Interaktion.

Umgang mit Kindern und anderen Tieren

Bei einer schrittweisen, ruhigen Eingewöhnung kommt die Arabische Mau in der Regel gut mit Kindern und anderen Haustieren zurecht. Der Hintergrund als Straßenkatze, die an wechselnden Trubel rund um menschliche Siedlungen gewöhnt war, hat die Rasse im Umgang mit neuen Situationen relativ anpassungsfähig gemacht. Dennoch ist jedes Tier anders: Eine Katze, die als Kätzchen wenig Kontakt zu Kindern oder Hunden hatte, braucht mehr Zeit und Begleitung, um sich damit wohlzufühlen. Lassen Sie kleine Kinder stets unter Aufsicht mit der Katze umgehen und geben Sie dem Tier die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, wenn es das braucht.

Instinkte

Der Jagdinstinkt der Arabischen Mau ist stark ausgeprägt und lässt sich direkt auf ihre Vergangenheit als Straßen- und Wüstenkatze zurückführen, die selbst für Nahrung sorgen musste. Erwarten Sie Verhaltensweisen wie Anschleichen, Hochspringen nach beweglichem Spielzeug und das Jagen von Insekten oder Spielzeug durchs Haus. Zudem hat die Rasse ein ausgeprägtes Bedürfnis zu klettern und hohe Plätze als Aussichtspunkt zu nutzen – ein Verhalten, das auf die Gewohnheit der Straßenkatzen zurückgeht, ihre Umgebung von Dächern und Mauern aus zu beobachten. Da die Katze von Natur aus viel klettern und kratzen möchte, ist ein stabiler, hoher Kletter- und Kratzbaum eine sinnvolle Anschaffung; ein mehrstöckiger Kratzbaum mit mehreren Ebenen bietet der Katze die Höhe und das Kratzmaterial, die zu diesem Instinkt passen.

Lebensumgebung

In ihrem ursprünglichen Lebensraum bewegte sich die Arabische Mau frei zwischen drinnen und draußen. In einem deutschen Haushalt ist das selten möglich, weshalb eine Wohnung mit ausreichend vertikalem Raum und Beschäftigung diesen Freiheitsverlust ausgleichen muss. Eine Wohnung kann funktionieren, sofern es genügend Klettermöglichkeiten, Aussichtsplätze und Bewegungsraum gibt; eine kahle, wenig anregende Umgebung passt weniger gut zu dieser Rasse. Zugang zu einem sicheren, eingezäunten Außenbereich oder einem ausbruchssicheren Balkon wird von den meisten Besitzern als großer Vorteil empfunden.

Mentale Auslastung

Durch die hohe Intelligenz und den von Natur aus aktiven Charakter langweilt sich die Arabische Mau schneller als viele andere Rassen, wenn zu wenig zu tun ist. Interaktives Spielzeug, Futter-Puzzles und tägliche Spieleinheiten mit einer Angel oder einem Laserpointer halten die Katze geistig fit und beugen Problemverhalten wie übermäßigem Kratzen an Möbeln oder unerwünschtem Klettern auf Arbeitsflächen vor. Wechseln Sie das Spielzeug regelmäßig aus, damit die Katze weiterhin neue Reize erlebt.

Training

Dank der Kombination aus Intelligenz und Futtermotivation reagiert die Arabische Mau meist gut auf Training mit positiver Bestärkung, etwa Clickertraining. Einfache Kommandos, Geschirrtraining für begleitete Ausflüge nach draußen und sogar kleine Kunststücke liegen für die meisten Tiere im Bereich des Möglichen. Konsequenz und kurze, unterhaltsame Trainingseinheiten funktionieren besser als lange Sitzungen, da die Katze durch ihre natürliche Neugier schnell abgelenkt wird.

Alleinbleiben

Der eigenständige Charakter macht die Arabische Mau im Vergleich zu stark menschenbezogenen Rassen relativ gut geeignet, einige Stunden allein zu bleiben. Das bedeutet nicht, dass die Katze ganz ohne Gesellschaft auskommt: Bei regelmäßigen, langen Arbeitstagen ist es ratsam, für ausreichend Beschäftigung wie Klettermöglichkeiten und Futter-Puzzles zu sorgen oder eine zweite Katze in Betracht zu ziehen, damit sich die Tiere gegenseitig Gesellschaft leisten.

Fellpflege

Das kurze Fell mit wenig Unterwolle benötigt kaum Pflege. Wöchentliches Bürsten reicht aus, um lose Haare zu entfernen und das Fell in gutem Zustand zu halten; die Katze ist zudem gut in der Lage, sich selbst sauber zu halten. Zusätzliche Aufmerksamkeit während des Fellwechsels verhindert, dass mehr lose Haare im Haus landen. Darüber hinaus gehört die regelmäßige Kontrolle von Ohren, Augen und Krallen wie bei jeder kurzhaarigen Rasse zur Basispflege.

Gesundheit

Als natürliche Rasse mit einer breiten genetischen Basis gilt die Arabische Mau im Allgemeinen als robuste Katze ohne breit dokumentierte rassespezifische Erbkrankheiten. Das bedeutet nicht, dass das Tier gegen Gesundheitsprobleme immun ist: Wie jede Katze kann auch die Arabische Mau Zahnprobleme, Übergewicht oder Harnwegsbeschwerden entwickeln, wenn Ernährung und Bewegung nicht im Gleichgewicht sind. Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt, ein aktueller Impfplan und vorbeugende Parasitenbehandlung bleiben notwendig. Lassen Sie gesundheitliche Beschwerden im Zweifel immer von einem Tierarzt beurteilen; diese Seite ersetzt keine Diagnose oder medizinische Beratung.

Ernährung

Die Arabische Mau ist, wie jede Katze, ein obligater Fleischfresser: Der Körper ist auf eine Ernährung mit viel tierischem Eiweiß, Taurin und ausreichend Flüssigkeit ausgelegt. Durch das hohe Aktivitätsniveau dieser Rasse kann der Energiebedarf etwas höher liegen als bei einer ruhigen, wenig aktiven Katze, doch eine universelle Grammzahl pro Tag lässt sich nicht verantworten, ohne Alter, aktuelles Gewicht, Körperkondition, Aktivitätsniveau und die Energiedichte des gewählten Futters zu kennen. Bestimmen Sie die richtige Menge daher anhand der Empfehlung auf der Verpackung des gewählten Futters, abgestimmt auf das Zielgewicht der Katze, und passen Sie die Portion anhand regelmäßiger Kontrolle der Körperkondition an. Nassfutter kann helfen, die Flüssigkeitsaufnahme aufrechtzuerhalten, was für Katzen in einem warmen Wohnklima besonders relevant ist.

Anschaffung und Vermittlung

Außerhalb des Nahen Ostens ist die Arabische Mau nach wie vor eine seltene Rasse mit weltweit nur einer Handvoll spezialisierter Züchter, häufig der WCF angeschlossen. Wer in Deutschland eine Arabische Mau anschaffen möchte, muss mit langen Wartelisten und möglicherweise einem Import aus dem Ausland rechnen. Fragen Sie einen Züchter stets nach Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, der Sozialisierung der Kitten und den Lebensbedingungen des Wurfs. Da die Rasse von Straßenkatzen abstammt, tauchen über internationale Tierschutzorganisationen manchmal auch erwachsene Arabische Maus auf, die ein neues Zuhause suchen; dies kann für manche zukünftigen Besitzer eine wertvolle Alternative zu einem Züchter sein, auch wenn ein Import aus dem Ausland zusätzliche Sorgfalt bei Gesundheit, Quarantänevorschriften und Transport erfordert.

Häufig gestellte Fragen

Eignet sich die Arabische Mau für eine Wohnung?
Ja, sofern ausreichend vertikaler Raum, Klettermöglichkeiten und tägliche Beschäftigung vorhanden sind. Eine kahle, wenig anregende Umgebung passt weniger gut zum aktiven Charakter dieser Rasse.

Verliert die Arabische Mau viele Haare?
Nein, dank des kurzen Fells mit wenig Unterwolle ist der Haarausfall im Allgemeinen begrenzt, und wöchentliches Bürsten reicht aus.

Ist die Arabische Mau hypoallergen?
Nein, es gibt keine vollständig hypoallergene Katze. Menschen mit Katzenallergie sollten vor der Anschaffung stets selbst Kontakt zur Rasse gehabt haben, um Reaktionen zu testen.

Wie selten ist die Arabische Mau in Deutschland?
Sehr selten. Es gibt kaum europäische Züchter, weshalb zukünftige Besitzer häufig mit Wartelisten oder Import konfrontiert sind.

Fazit

Die Arabische Mau ist eine Katze für Menschen, die ein eigenständiges, athletisches und intelligentes Tier zu schätzen wissen und bereit sind, in Bewegung, Klettermöglichkeiten und geistige Anregung zu investieren. Die Rasse belohnt diesen Einsatz mit einem treuen, wachsamen und überraschend anhänglichen Mitbewohner. Wer eine ruhige, stets schmusebedürftige Schmusekatze sucht oder nicht auf eine seltene Rasse warten möchte, findet wahrscheinlich in einer anderen Katzenrasse eine bessere Übereinstimmung.

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