Burmilla - soziale Katze mit glänzendem, getipptem Fell

Burmilla - soziale Katze mit glänzendem, getipptem Fell

Die Burmilla ist eine relativ junge Katzenrasse mit einem auffälligen, „gemalten" Aussehen: ein glänzendes, getipptes Fell und eine dunkle Linie um die Augen, die an Eyeliner erinnert. Hinter dieser auffälligen Erscheinung verbirgt sich eine ruhige, anhängliche und soziale Katze, die gerne in der Nähe ihrer Menschen bleibt, ohne übermäßig anspruchsvoll zu sein. Sie ist verspielt, ohne hyperaktiv zu sein, und mäßig gesprächig. Der wichtigste Punkt: Die Burmilla möchte Gesellschaft und langweilt sich bei längerer Einsamkeit – daher passt die Rasse am besten zu einem Haushalt, in dem regelmäßig jemand zu Hause ist oder in dem eine zweite Katze für Gesellschaft sorgt.

Kernspezifikationen

  • Offizieller Name: Burmilla
  • Synonyme: kein gebräuchlicher alternativer Name; die langhaarige Variante wird in manchen Registern gesondert als „Burmilla Longhair" geführt
  • Herkunft: Vereinigtes Königreich, Anfang der 1980er Jahre
  • Anerkennung: FIFe und GCCF (Championstatus); auch anerkannt von TICA und CFA (in den USA erhielten sowohl die Kurzhaar- als auch die Halblanghaarvariante 2014 Championstatus)
  • Felltyp: Kurzhaar oder Halblanghaar, dicht und fein, mit getipptem oder schattiertem Muster
  • Gewicht: indikativ 2,5-6 kg; Kater sind in der Regel schwerer als Kätzinnen
  • Lebenserwartung: indikativ 12-16 Jahre; einzelne Quellen nennen eine breitere Spanne
  • Farben und Muster: silberner oder goldener Untergrund mit Tipping oder Shading unter anderem in Schwarz, Blau, Braun, Chocolate, Lilac und Karamell
  • Charakter kurz gefasst: anhänglich, sozial, verspielt ohne übermäßig energiegeladen zu sein, mäßig gesprächig
  • Pflegeaufwand: gering bis mittel, wöchentliches Bürsten genügt
  • Aktivitätsniveau: mittel
  • Als reine Wohnungskatze geeignet: ja, mit ausreichender Beschäftigung
  • Alleinbleiben: begrenzt geeignet; die Katze ist stark auf Gesellschaft angewiesen
  • Für Anfänger geeignet: ja, sofern genügend Zeit für Aufmerksamkeit und Interaktion vorhanden ist

Passt die Burmilla zu dir?

Diese Katze passt möglicherweise zu dir, wenn du:

  • täglich Zeit für Aufmerksamkeit und ruhiges Zusammensein hast, ohne ständig aktiv spielen zu müssen;
  • eine anhängliche, aber nicht anspruchsvolle Katze magst;
  • einen Haushalt hast, in dem tagsüber regelmäßig jemand anwesend ist, oder offen für eine zweite Katze bist;
  • eine mäßig gesprächige Katze schätzt, ohne die ausgeprägte Stimmfreudigkeit etwa einer Siamkatze.

Diese Katze passt wahrscheinlich nicht zu dir, wenn du:

  • häufig und über längere Zeit außer Haus bist, ohne für Gesellschaft für die Katze zu sorgen;
  • eine völlig eigenständige Katze mit geringem Bedürfnis nach sozialem Kontakt suchst;
  • keinen Platz für Klettermöglichkeiten und Aussichtsplätze in der Wohnung hast.

Name und Anerkennung

Der Name Burmilla ist eine Zusammenziehung aus Burmese und Chinchilla. Die Rasse verdankt ihre Entstehung einer ungeplanten Verpaarung im Jahr 1981 zwischen einem silbernen Chinchilla-Perserkater und einer lilafarbenen Burma-Kätzin im Vereinigten Königreich. Die daraus entstandenen Kitten fielen durch ihre Kombination aus burmesischem Körperbau und schattiertem Fell so sehr auf, dass Züchter beschlossen, daraus eine eigenständige Rasse zu entwickeln. Der Burmilla Cat Club wurde 1984 gegründet, und die GCCF verlieh der Rasse 1995 Championstatus, nach vorheriger Anerkennung durch die Cat Association of Britain. Auch die FIFe erkennt die Rasse an. In den USA erhielten sowohl die Kurzhaar- als auch die Halblanghaarvariante 2011 eine vorläufige CFA-Registrierung, gefolgt von Championstatus im Jahr 2014. In manchen britischen Organisationen wird die Burmilla der breiteren „Asian"-Rassegruppe zugeordnet, zusammen mit verwandten Rassen wie der Bombay und der Asian Shorthair, die ebenfalls aus burmesischen Kreuzungen hervorgegangen sind.

Geschichte

Anders als bei natürlichen Rassen ist die Geschichte der Burmilla genau dokumentiert, da die Rasse noch relativ jung ist. Die ursprüngliche Verpaarung war nicht geplant: Ein persischer Chinchilla-Kater und eine Burma-Kätzin aus derselben Zucht verpaarten sich versehentlich. Das Ergebnis gefiel den Züchtern so gut, dass gezielte Zuchtprogramme folgten, bei denen auf die Kombination aus dem kompakten, muskulösen burmesischen Körperbau und dem glänzenden, getippten Fell der Chinchilla-Linie selektiert wurde. Da die Gründerpopulation relativ klein war, achten verantwortungsvolle Zuchtverbände bis heute auf die genetische Vielfalt der Rasse.

Erscheinungsbild

Die Burmilla hat einen muskulösen, halblangen Körper, der zwischen dem kompakten persischen und dem schlankeren, „fremdländischen" burmesischen Körperbau liegt. Der Kopf ist leicht gewölbt mit kurzer, breiter Nase und runden Augen, die meist grün sind. Ein charakteristisches Rassemerkmal ist die dunkle, eyelinerartige Umrandung der Augen, die einen deutlichen Kontrast zur hellen Fellfarbe bildet. Die Ohren sind mittelgroß und leicht nach vorn geneigt. Das Fell ist kurz oder halblang, dicht und weich, mit silbernem oder goldenem Untergrund und Tipping oder Shading an den Haarspitzen, was einen schattierten, glänzenden Effekt erzeugt. Kitten werden oft mit einem dunkleren, weniger ausgeprägten Muster geboren, das sich erst nach einigen Monaten vollständig zeigt.

Charakter

Die Burmilla verbindet die Menschenbezogenheit ihrer burmesischen Vorfahren mit einem ruhigeren, weniger aufdringlichen Temperament. Sie sucht aktiv die Nähe ihrer Menschen, liegt gerne in ihrer Nähe und lässt sich in der Regel gut streicheln und tragen, ohne jedoch die intensive Anhänglichkeit einer Burma-Katze zu zeigen, die ständig auf dem Schoß sitzen möchte. Sie ist verspielt und behält oft bis ins Erwachsenenalter das Interesse an Spielzeug, allerdings ohne die Hyperaktivität etwa einer Abessinierkatze. Stimmfreudigkeit kommt vor, ist aber gedämpfter als bei orientalischen Rassen. Die meisten Burmillas passen sich gut an neue Umgebungen oder Routinen an.

Umgang mit Kindern und anderen Tieren

Mit ruhigen, respektvollen Kindern kommt die Burmilla in der Regel gut zurecht; sie verträgt Handling im Allgemeinen besser als scheuere Rassen, wobei Aufsicht bei kleinen Kindern weiterhin notwendig ist. In Haushalten mit mehreren Katzen passt sie sich meist gut an, sofern die Eingewöhnung schrittweise erfolgt. Auch mit kinderfreundlichen, sozialen Hunden kann eine Burmilla in der Regel zusammenleben. Bei Besuch und Trubel reagiert sie im Allgemeinen weniger gestresst als ausgesprochen scheue Rassen, wobei dies individuell unterschiedlich ist.

Instinkte und Alltagsverhalten

Jagdverhalten wie Anschleichen und Anspringen von Spielzeug zeigt sich bei der Burmilla deutlich, wobei die Intensität in der Regel gedämpfter ist als bei Rassen mit stark ausgeprägtem Jagdinstinkt. Kratzen gehört zum normalen, funktionalen Verhalten: Es pflegt die Krallen und dient als Streckbewegung und Duftmarkierung. Ein stabiler Kratzbaum mit mehreren Ebenen gibt der Katze einen eigenen, erlaubten Ort, um dieses Verhalten auszuleben, und schützt gleichzeitig die Möbel. Klettern und die Nutzung erhöhter Aussichtsplätze werden geschätzt, wobei das Bedürfnis danach in der Regel weniger ausgeprägt ist als bei sehr aktiven Rassen.

Lebensumgebung

Die Burmilla kommt als reine Wohnungskatze gut zurecht, sofern ausreichend vertikaler Raum und Abwechslung vorhanden sind: Kletterbäume, Fensterbänke und ruhige Rückzugsorte. Sie ist anpassungsfähig genug für eine Wohnung, solange täglich Aufmerksamkeit und Interaktion geboten werden. Unbeschränkter Freigang ist nicht notwendig und birgt die üblichen Risiken durch Verkehr, Kämpfe und Krankheitsübertragung; ein sicher gestalteter Garten oder ein „Catio" kann ein Kompromiss für alle sein, die dennoch Außenreize bieten möchten. Da die Katze stark auf Gesellschaft angewiesen ist, ist eine soziale, nicht zu isolierte Umgebung wichtiger als bei eigenständigeren Rassen.

Geistige Beschäftigung und Spiel

Futterpuzzles, Angelspielzeug und kurze, wiederholte Spieleinheiten mehrmals täglich passen gut zum Jagdmuster der Burmilla, ohne sie zu überreizen. Da sie auch als erwachsene Katze relativ verspielt bleibt, schätzen viele Burmillas zudem interaktives Spielzeug und wechselnde Spielroutinen. Die Empfindlichkeit gegenüber Katzenminze ist individuell und genetisch bedingt, nicht universell vorhanden.

Training und Sozialisierung

Die Burmilla reagiert in der Regel gut auf kurze, positive Trainingseinheiten mit Futter- oder Spielbelohnung. Frühe Sozialisierung mit Menschen, Geräuschen und Handling innerhalb der sensiblen Phase des Kitten (etwa zwei bis neun Wochen) trägt wesentlich zu einer selbstbewussten erwachsenen Katze bei. Die Gewöhnung an Pflegemaßnahmen wie Krallenschneiden, Bürsten und die Transportbox gelingt leichter, wenn dies von klein auf ruhig geübt wird.

Alleinbleiben

Da die Burmilla stark menschenbezogen ist, kann längere, wiederholte Abwesenheit zu Langeweile oder emotionaler Distanz führen. Für Haushalte mit langen Arbeitstagen ist ausreichende Beschäftigung (Puzzlespielzeug, Aussichtsplätze) wichtig, und eine zweite Katze als Gesellschaft kann eine sinnvolle Überlegung sein, auch wenn dies keine Garantie ist, dass jede Burmilla das zu schätzen weiß.

Fellpflege

Sowohl die Kurzhaar- als auch die Halblanghaarvariante hat ein feines, dichtes Fell, das nicht schnell verfilzt. Wöchentliches Bürsten oder Kämmen reicht in der Regel aus, um lose Haare zu entfernen und den Glanz zu erhalten; während des Fellwechsels kann häufigeres Bürsten sinnvoll sein. Baden ist normalerweise nicht nötig. Regelmäßige Kontrolle von Krallen, Ohren, Augen und Zähnen gehört, wie bei jeder Katze, zur Grundpflege.

Gesundheit

Die Burmilla gilt allgemein als gesunde Rasse, doch aufgrund der persischen und burmesischen Abstammung wird in der Zucht besonderes Augenmerk auf zwei Erkrankungen gelegt, die bei diesen Ausgangsrassen bekannt sind:

  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): eine erbliche Nierenerkrankung, die traditionell bei persischen Linien vorkommt; verantwortungsvolle Züchter lassen Zuchttiere per Ultraschall oder DNA-Test darauf untersuchen.
  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): eine Verdickung des Herzmuskels, die bei mehreren Rassen mit burmesischer Verwandtschaft beschrieben wird; regelmäßige kardiologische Kontrollen (Echokardiografie) bei Zuchttieren werden empfohlen.

Nicht jede Burmilla entwickelt diese Erkrankungen, und ein Screening-Ergebnis ist keine lebenslange Garantie. Frage bei der Anschaffung nach den Gesundheitstestergebnissen der Elterntiere und besprich etwaige Anzeichen stets mit einem Tierarzt.

Ernährung

Katzen sind obligate Fleischfresser: Ihre Nahrung muss überwiegend aus tierischem Protein bestehen, mit ausreichend Taurin, und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme über Nassfutter oder Trinkwasser bleibt wichtig. Eine geeignete Option für eine erwachsene Burmilla mit mittlerem Aktivitätsniveau ist zum Beispiel Royal Canin Fit, vollwertiges Futter für Katzen mit normalem Aktivitätsniveau. Eine genaue Grammzahl pro Tag lässt sich nicht angeben, ohne aktuelles Gewicht, Alter, Körperkondition, Kastrationsstatus und Energiedichte des gewählten Futters zu kennen; folge zunächst der Fütterungsempfehlung auf der Verpackung und passe die Menge anhand der Körperkondition deiner Katze an.

Vorteile

  • Anhänglich und menschenbezogen, ohne übermäßig anspruchsvoll zu sein;
  • Mittleres Aktivitätsniveau, geeignet für eine Wohnung mit ausreichender Beschäftigung;
  • Geringer Fellpflegeaufwand, sowohl bei der Kurzhaar- als auch bei der Halblanghaarvariante;
  • In der Regel gute Anpassung an Kinder, andere Katzen und kinderfreundliche Hunde;
  • Auffälliges, gut erkennbares Erscheinungsbild durch getipptes Fell und dunkle Augenumrandung.

Nachteile und Aufmerksamkeitspunkte

  • Stark auf Gesellschaft angewiesen und verträgt längere, wiederholte Abwesenheit schlechter;
  • Relativ junge Rasse mit einer begrenzteren genetischen Basis, was verantwortungsvolle Zucht besonders wichtig macht;
  • Benötigt trotz des ruhigen Charakters tägliche Aufmerksamkeit und Interaktion;
  • Gesundheitsscreening auf PKD und HCM bei Zuchttieren ist notwendig, und nicht jeder Züchter macht dies konsequent.

Verantwortungsvoller Erwerb oder Vermittlung

Wähle bei der Anschaffung einen Züchter, der die Elterntiere nachweislich auf PKD und HCM testet und Kitten in einer sozialen, anregenden Umgebung mit ausreichend menschlichem Kontakt aufwachsen lässt. Frage nach Gesundheitszeugnissen und dem Hintergrund der Zuchtlinie. Da die Burmilla noch eine relativ kleine Population hat, kann die Wartezeit bei einem anerkannten Züchter länger sein als bei populäreren Rassen. Erwäge auch eine Vermittlung über ein Katzenheim oder einen Rasseverein, wo gelegentlich eine erwachsene Burmilla auf ein neues Zuhause wartet.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Burmilla für eine Wohnung geeignet? Ja, sofern ausreichend Klettermöglichkeiten und Aussichtsplätze vorhanden sind und die Katze täglich Aufmerksamkeit erhält.

Haart eine Burmilla stark? Begrenzt; wöchentliches Bürsten genügt sowohl bei der Kurzhaar- als auch bei der Halblanghaarvariante, mit etwas mehr Aufmerksamkeit während des Fellwechsels.

Kann eine Burmilla tagsüber gut allein sein? Für kurze Zeiträume ja, aber die Rasse ist stark auf Gesellschaft angewiesen; bei langer, wiederholter Abwesenheit sind zusätzliche Beschäftigung oder eine zweite Katze ratsam.

Ist die Burmilla eine seltene Rasse? Ja, im Vergleich zu etwa der British Shorthair oder der Maine Coon ist die Population relativ klein, was die Wartezeit bei Züchtern beeinflussen kann.

Fazit

Die Burmilla ist eine attraktive Wahl für alle, die eine soziale, anhängliche Katze mit mittlerem Aktivitätsniveau und pflegeleichtem Fell suchen, sofern täglich Zeit für Aufmerksamkeit und Gesellschaft vorhanden ist. Das auffällige, glänzende Erscheinungsbild ist ein Bonus, kein Grund für sich allein, sich für diese Rasse zu entscheiden. Für Haushalte, die häufig und über längere Zeit abwesend sind, ohne für Gesellschaft für die Katze zu sorgen, ist die Burmilla weniger naheliegend; für alle, die einen ausgewogenen Begleiter zwischen der intensiven Anhänglichkeit einer Burma-Katze und der Eigenständigkeit mancher natürlicher Rassen suchen, ist die Burmilla eine der wenigen Rassen, die diesen Mittelweg gut trifft.

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