
Braucht Ihr Pferd eine Decke? So entscheiden Sie im Herbst
, Von Michael van Wassem, 6 min Lesezeit

, Von Michael van Wassem, 6 min Lesezeit
Nicht jedes Pferd braucht eine Decke. Lesen Sie, wann eine Decke sinnvoll ist, worauf Sie bei Passform und Sicherheit achten und welche Fehler Sie besser vermeiden.
Die Tage werden kürzer, das Fell wird dichter, und die ersten kalten Regenschauer kommen. Dann stellt sich vielen Pferdehaltern die Frage: Muss eine Decke drauf? Die ehrliche Antwort lautet: nicht bei jedem Pferd. Ein gesundes erwachsenes Pferd mit gutem Winterfell, einem trockenen Liegeplatz und Schutz vor Wind kommt oft gut ohne zurecht. Eine Decke ist vor allem sinnvoll, wenn das Fell fehlt (zum Beispiel nach dem Scheren) oder wenn Ihr Pferd aus einem anderen Grund zusätzliche Hilfe braucht.
Ob eine Decke nötig ist, hängt von fünf Dingen ab: Fell, Kondition und Alter, Schutz, Nutzung und wie Ihr Pferd selbst reagiert. Es gibt keine feste Temperatur, ab der eine Decke "sein muss". Seien Sie daher skeptisch bei Regeln wie "unter einer bestimmten Gradzahl immer eindecken". Schauen Sie lieber auf Ihr eigenes Pferd und sprechen Sie bei Zweifeln mit Ihrem Tierarzt.
💡 Tipp: Ein zu warm eingedecktes Pferd ist genauso ein Problem wie ein Pferd, dem kalt ist. Schwitzen unter der Decke kostet Energie und kann das Pferd auskühlen lassen, sobald es trocknet.
Pferde sind gut für Kälte gerüstet. Im Herbst wächst ein dichteres Fell, das Luft zwischen den Haaren hält und so isoliert. Das funktioniert am besten, wenn das Fell trocken und locker ist: Ein aufgestelltes Fell hält die Wärme fest. Nasskalte Witterung mit viel Wind ist für ein Pferd in der Regel belastender als trockene Kälte, weil die Isolierung dann weniger gut wirkt. Ein Windschutz oder Unterstand macht deshalb oft mehr Unterschied als eine zusätzliche Stoffschicht.
Eine Decke kann außerdem das natürliche Fell plattdrücken und die Haut weniger gut atmen lassen. Das ist kein Grund, nie zu decken, wohl aber ein Grund, es bewusst zu tun.
| Worauf Sie achten | Spricht gegen eine Decke | Kann für eine Decke sprechen |
|---|---|---|
| Fell | Volles, trockenes Winterfell | Geschoren oder noch wenig Fell |
| Kondition und Alter | Gesundes erwachsenes Pferd in guter Kondition | Alt, mager oder krank (Rücksprache mit dem Tierarzt) |
| Schutz | Unterstand oder Windschutz, trockener Liegeplatz | Offene Weide ohne Schutz an rauen, nassen Tagen |
| Nutzung | Ruhiges Weidepferd | Arbeitspferd, das schwitzt und danach trocknen muss |
| Verhalten | Aktiv, zufrieden, gut gefüttert | Zittern, Frösteln, eingezogene Haltung |
Fühlen Sie regelmäßig mit der Hand unter die Decke, hinter der Schulter oder an der Flanke. Fühlt es sich trocken und behaglich an, ist meist alles in Ordnung. Ist die Haut klamm oder verschwitzt, ist die Decke wahrscheinlich zu warm. Fühlt es sich kühl an, kann Ihr Pferd zusätzlichen Schutz gebrauchen. Prüfen Sie auch die Kondition, indem Sie über Rippen und Rücken tasten: Dichtes Fell und eine Decke können verbergen, dass ein Pferd abnimmt.
Eine Decke, die nicht passt, ist oft schlimmer als keine Decke. Achten Sie auf diese Punkte:
⚠️ Trägt Ihr Pferd auf der Weide ein Halfter? Wählen Sie dann ein Halfter mit Sollbruchstelle und prüfen Sie, ob es hängen bleiben kann. Sehen Sie sich die Halfter und Führstricke an und achten Sie auf die Sicherheitsmerkmale in der Produktbeschreibung.
Eine Abschwitzdecke (oder Fleecedecke) ist keine Winterjacke. Sie legen sie nach dem Reiten oder Waschen über ein warmes oder nasses Pferd, damit Feuchtigkeit abgeleitet wird und das Pferd trocknet, ohne auszukühlen. Für den Einsatz draußen im Regen ist eine Fleecedecke nicht gedacht. Bei Fidello finden Sie zum Beispiel die Abschwitz-/Fleecedecke schwarz/grau 135/185 cm. Praktisch für ein geschorenes Pferd nach der Arbeit, achten Sie aber auf die Größe Ihres eigenen Pferdes.
Weitere Ideen für die kalten Monate finden Sie in der Kollektion Pferd winterfit, unter anderem mit Pflegeprodukten und Schermaschinen.
Es gibt keine feste Grenze. Fell, Kondition, Schutz und Nässe spielen alle mit. Gehen Sie vom einzelnen Pferd aus und sprechen Sie bei Zweifeln mit Ihrem Tierarzt.
Ein geschorenes Pferd hat seine natürliche Isolierung teilweise verloren und braucht in der Regel eine Decke. Wählen Sie eine Decke, die zu Wetter und Schutz passt.
Ja. Schwitzen unter der Decke ist ein Zeichen, dass die Decke zu warm ist. Tauschen Sie sie dann gegen eine leichtere aus oder nehmen Sie sie ab.
Nehmen Sie die Decke ab und fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat. Eine Decke behandelt keine Hautprobleme.
Nicht jedes Pferd braucht eine Decke. Ein gesundes Pferd mit gutem Fell und Schutz kommt oft ohne aus. Eine Decke ist vor allem nach dem Scheren, nach der Arbeit oder auf Rat Ihres Tierarztes sinnvoll. Wählen Sie eine passende Decke, kontrollieren Sie sie regelmäßig und achten Sie auf Schwitzen, Scheuern und Sicherheit. Möchten Sie sehen, was es bei Fidello gibt? Sehen Sie sich die Kollektion Halfter, Decken und Fliegenmasken an. Das Deckensortiment ist derzeit begrenzt, erwarten Sie also keine vollständige Winterdecken-Abteilung.