Katzenminze bei Katzen: Was bewirkt sie, und ist sie sicher?
, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit
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Katzenminze lässt viele Katzen rollen, schnurren und spielen. Erfahre, wie die Reaktion entsteht, ob sie sicher ist und wie du Katzenminze richtig einsetzt.
Über ein Spielzeug rollen, sich ausgiebig am Kratzbaum reiben oder plötzlich entspannt und zufrieden auf dem Boden liegen: Katzenminze sorgt für auffälliges Verhalten bei Katzen. Für die einen ist es ein Rätsel, für die anderen ein wertvolles Hilfsmittel, um eine zurückhaltende Katze zum Spielen zu bringen. Doch was passiert dabei im Körper der Katze, ist es unbedenklich, und wie setzt du Katzenminze so ein, dass deine Katze möglichst viel Freude daran hat?
Kurz gesagt: Katzenminze ist für die meisten Katzen völlig unbedenklich. Sie ist keine Droge und kein Betäubungsmittel, sondern eine Pflanze, die bei etwa 50 bis 70 % der Katzen vorübergehend verspieltes oder entspanntes Verhalten auslöst. Die Reaktion dauert meist 5 bis 15 Minuten und klingt danach von selbst wieder ab, ohne negative Folgen.
Katzenminze, auch Catnip genannt, ist die Pflanze Nepeta cataria aus der Familie der Lippenblütler, die ursprünglich aus Europa und Asien stammt. Blätter und Stängel enthalten ein ätherisches Öl mit dem Stoff Nepetalacton. Dieser Stoff ist für die bekannte Reaktion bei Katzen verantwortlich. Katzenminze wird als loses getrocknetes Kraut, als Spray mit Katzenminze-Extrakt oder verarbeitet in Spielzeug wie Spielmäusen und Kratzbäumen verkauft.
Katzengras ist etwas anderes: Es ist eine ballaststoffreiche Grasart, die Katzen fressen, um die Verdauung zu unterstützen und Haarballen leichter auszuwürgen. Katzenminze wird vor allem beschnuppert und bespielt, Katzengras wird gegessen.
Nepetalacton bindet an Riechrezeptoren in der Nase und im Jacobsonschen Organ, einem speziellen Sinnesorgan im Gaumen der Katze. Von dort wird ein Signal an Hirnregionen weitergeleitet, die auch am Sozial- und Sexualverhalten beteiligt sind. Das erklärt, warum die Reaktion auf Katzenminze äußerlich manchmal an das Verhalten einer rolligen Katze erinnert: Rollen, Kopfreiben, lautes Rufen.
Die Empfindlichkeit für Katzenminze ist erblich bedingt. Etwa 30 bis 50 % der Katzen reagieren überhaupt nicht, egal wie oft oder wie viel man ihnen anbietet. Kätzchen unter drei bis sechs Monaten zeigen meist noch keine Reaktion, weil der Geruchssinn und die dazugehörigen Hirnverbindungen noch nicht vollständig ausgereift sind. Bei manchen älteren Katzen lässt die Empfindlichkeit mit den Jahren wieder nach.
Eine typische Reaktion verläuft in Phasen:
Diese Phase dauert im Schnitt 5 bis 15 Minuten. Danach folgt eine "Refraktärphase" von 30 Minuten bis 2 Stunden, in der die Katze nicht mehr reagiert, auch nicht bei erneutem Angebot. Das ist völlig normal und kein Zeichen dafür, dass das Kraut nicht mehr wirkt.
💡 Gut zu wissen: Nicht jede Katze wird von Katzenminze aufgedreht. Manche Katzen werden gerade ruhig und entspannt. Beide Reaktionen sind eine normale Antwort auf Nepetalacton.
Ja, bei normaler Anwendung ist Katzenminze für gesunde Katzen jeden Alters sicher. Sie ist nicht giftig und macht nicht abhängig: Eine Katze, die den Katzenminze-Rausch genießt, lässt danach einfach wieder davon ab und verlangt nicht zwanghaft danach. Frisst eine Katze eine größere Menge frisches oder getrocknetes Kraut, kann das gelegentlich zu weicherem Stuhl oder einmaligem Erbrechen führen. Das ist meist harmlos und geht von selbst vorüber.
⚠️ Zeigt deine Katze ungewöhnlich aggressives Verhalten oder wirkt sie benommen oder desorientiert auf eine Weise, die nicht der üblichen Katzenminze-Reaktion entspricht, wende dich an deinen Tierarzt, um andere Ursachen auszuschließen.
Reagiert deine Katze nicht auf Katzenminze? Dann ist sie nicht zwangsläufig unempfindlich für diese ganze Kategorie. Es gibt mehrere natürliche Pflanzen mit ähnlicher Wirkung:
Reagiert deine Katze auf gar nichts davon? Dann gehört sie einfach zu der Gruppe Katzen ohne diese Art von Empfindlichkeit. Das ist kein Grund zur Sorge.
Bei Fidello findest du eine große Auswahl an Katzenminze und Katzengras, von losem Kraut bis Sprays und gefülltem Spielzeug.
Kann mein Kätzchen schon Katzenminze bekommen?
Ja, das ist erlaubt, aber vor einem Alter von drei bis sechs Monaten zeigen die meisten Kätzchen noch keine deutliche Reaktion. Der Geruchssinn muss dafür erst vollständig ausreifen.
Wird meine Katze von Katzenminze abhängig?
Nein. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für eine Abhängigkeit. Eine Katze lässt nach dem Rausch einfach wieder davon ab und verlangt nicht zwanghaft danach.
Wirkt Katzenminze bei allen Katzen?
Nein, etwa 30 bis 50 % der Katzen reagieren nicht darauf. Das ist eine erbliche Eigenschaft, kein Mangel.
Können auch Hunde auf Katzenminze reagieren?
Manche Hunde werden dadurch leicht ruhiger, aber der Effekt ist deutlich schwächer als bei Katzen und längst nicht jeder Hund zeigt eine Reaktion.
Wie viel Katzenminze darf ich auf einmal geben?
Eine kleine Prise getrocknetes Kraut (etwa eine Vierteltasse Löffel) oder ein Sprühstoß auf ein Spielzeug reicht für eine erwachsene Katze völlig aus.
Katzenminze ist ein sicheres, natürliches Hilfsmittel, um Katzen zum Spielen zu bringen oder kurz entspannen zu lassen. Die Reaktion wird durch den Stoff Nepetalacton ausgelöst, ist erblich bedingt und klingt nach einer Viertelstunde von selbst ab. Biete sie mit Maß an, bewahre sie gut verschlossen auf und probiere bei einer Katze ohne Reaktion Silvervine oder Baldrian als Alternative. So bleibt der Spielmoment für deine Katze etwas Besonderes.
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