Einen Hund aus Spanien adoptieren: Das sollten Sie wissen
, Von Michael van Wassem, 10 min Lesezeit
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Einen Hund aus Spanien adoptieren? Erfahren Sie, wie der Adoptionsprozess abläuft, welche mediterranen Gesundheitsrisiken Sie kennen sollten und wie Sie Ihrem neuen Hund die ersten Wochen erleichtern.
Jedes Jahr reisen Tausende Hunde von Spanien nach Deutschland, um bei einer neuen Familie einzuziehen. Häufig handelt es sich um Galgos, Podencos oder Straßenhunde, die von einem Verein aus einem Tierheim oder von der Straße gerettet wurden. Das ist eine schöne Möglichkeit, einem Hund eine zweite Chance zu geben, doch eine Adoption aus dem Ausland erfordert eine andere Vorbereitung als das Abholen eines Welpen bei einem deutschen Züchter.
Die kurze Antwort: Einen Hund aus Spanien zu adoptieren kann sehr gut gelingen, sofern Sie eine seriöse Organisation wählen, mediterrane Gesundheitsrisiken wie Leishmaniose einkalkulieren und Ihrem Hund Zeit geben, sich an eine völlig neue Welt zu gewöhnen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie der Adoptionsprozess abläuft, welche Regeln gelten, welche Gesundheitsrisiken wichtig sind und wie Sie die ersten Wochen zu Hause so ruhig wie möglich gestalten.
Die meisten spanischen Tierheimhunde kommen über einen Verein nach Deutschland, der mit einem lokalen Tierheim (perrera) oder einer privaten Auffangstelle in Spanien zusammenarbeitet. Der Ablauf folgt meist festen Schritten:
Rechnen Sie mit einem Zeitraum von einigen Wochen bis zu ein paar Monaten zwischen Bewerbung und Ankunft, abhängig von der Organisation und den verfügbaren Transporten.
Nicht jede Vermittlungsstelle arbeitet gleich sorgfältig. Einige Anzeichen helfen dabei, einen seriösen Verein von einer Organisation zu unterscheiden, die vor allem auf Geschwindigkeit und Stückzahlen setzt.
In Spanien kommen einige Krankheiten vor, die es in Deutschland kaum gibt, die Hunde aus wärmeren Regionen aber mitbringen können. Sie werden durch Sandmücken, Zecken und Stechmücken übertragen, die in Deutschland (noch) kaum verbreitet sind. Eine gute Organisation lässt den Hund bereits vor der Abreise testen, doch manche dieser Krankheiten haben eine lange Inkubationszeit und zeigen sich mitunter erst Monate nach der Ankunft.
| Krankheit | Überträger | Mögliche Symptome |
|---|---|---|
| Leishmaniose | Sandmücke | Hautprobleme, Gewichtsverlust, geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit (zeigt sich manchmal erst nach Monaten oder Jahren) |
| Ehrlichiose | Braune Hundezecke | Fieber, Mattigkeit, Blutungsneigung, Gelenkbeschwerden |
| Babesiose | Zecke | Hohes Fieber, blasse Schleimhäute, dunkler Urin, Mattigkeit |
| Herzwurm (Dirofilariose) | Stechmücke | Husten, schnelle Erschöpfung, verminderte Kondition; unbehandelt gefährlich für Herz und Lunge |
Das bedeutet nicht, dass jeder spanische Hund krank ist. Viele Hunde sind vollkommen gesund und bleiben es auch. Dennoch ist es sinnvoll, zusätzlich zum Test vor der Abreise etwa sechs Monate nach der Ankunft bei Ihrem eigenen Tierarzt erneut Blut abnehmen zu lassen, da einige dieser Krankheiten erst nach einer längeren Inkubationszeit nachweisbar sind. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt auch, ob zusätzlicher Schutz gegen Zecken und Sandmücken sinnvoll ist, selbst wenn Sie in Deutschland leben. Für den täglichen Schutz finden Sie passende Produkte in der Kategorie Flöhe, Zecken & Entwurmung, etwa den Trixie Tick Away Zeckenzieher für die sichere Entfernung von Zecken unterwegs.
Für die Mitnahme eines Hundes innerhalb der EU gelten feste Regeln, auch wenn der Hund als "gerettet" transportiert wird. Eine seriöse Organisation regelt dies vor der Abreise, es lohnt sich aber, bei Ankunft des Hundes selbst zu überprüfen, ob alles stimmt:
Möchten Sie selbst mit Ihrem Hund reisen, etwa um ihn in Spanien abzuholen statt über einen Transport? Dann lesen Sie auch unseren Artikel Gemeinsam verreisen: Was Sie über Impfungen für Ihren Hund im Ausland wissen müssen.
Ein Hund, der von der spanischen Straße oder aus einem Tierheim kommt, hat oft wenig Erfahrung mit einer häuslichen Umgebung: Treppen, Laminatboden, ein laufender Fernseher, eine Leine an einem Halsband. Verhaltenstherapeuten nutzen dafür oft die "3-3-3-Regel" als groben Anhaltspunkt, nicht als exakte Wissenschaft:
Falls Sie unsicher sind, ob Ihr Hund ängstlich oder unsicher auf andere Hunde oder Situationen reagiert, finden Sie im Artikel Von der Angst zum Vertrauen: Training für Hunde mit negativen Erfahrungen mit anderen Hunden konkrete Schritte, um ruhig Vertrauen aufzubauen.
Eine stabile, sichere Hundebox oder Transportbox ist in dieser Phase kein überflüssiger Luxus: Sie gibt einem gerade angekommenen Hund einen wiedererkennbaren, vorhersehbaren Platz in einem Zuhause voller neuer Eindrücke.
Ist es legal, einen Hund aus Spanien zu adoptieren?
Ja, solange der Hund die EU-Vorgaben für Chip, Tollwutimpfung und einen gültigen Heimtierausweis erfüllt. Eine anerkannte Organisation regelt dies in der Regel für Sie.
Was kostet die Adoption eines spanischen Hundes?
Die Adoptionskosten liegen meist zwischen etwa 250 und 450 Euro, abhängig von der Organisation. Darin sind meist Kastration, Impfungen, Chip, Heimtierausweis und ein Teil des Transports enthalten.
Ist ein spanischer Tierheimhund gefährlich für meine anderen Haustiere?
Das hängt vollständig vom einzelnen Hund und seiner Vorgeschichte ab, nicht von seiner Herkunft. Fragen Sie die Organisation gezielt nach der Verhaltensbeschreibung im Umgang mit anderen Hunden und eventuell Katzen, und gestalten Sie das Kennenlernen immer ruhig und unter Aufsicht.
Muss ich meinen Hund nach der Adoption noch kastrieren lassen?
Die meisten Organisationen lassen dies bereits in Spanien vor der Abreise durchführen. Überprüfen Sie dies in den Papieren; ist es noch nicht geschehen, besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt einen geeigneten Zeitpunkt.
Wie lange dauert es, bis ein Tierheimhund wirklich eingewöhnt ist?
Das ist von Hund zu Hund sehr unterschiedlich, rechnen Sie aber mit einigen Monaten bis zu einem Jahr, bis sich ein Hund vollständig sicher fühlt. Kleine Fortschritte, wie ruhigeres Reagieren auf Geräusche, zählen bereits als Schritt in die richtige Richtung.
Einen Hund aus Spanien zu adoptieren ist eine wertvolle Möglichkeit, einem Tierheimhund ein neues Leben zu schenken, sofern Sie den Prozess sorgfältig vorbereiten. Wählen Sie eine Organisation, die transparent über Gesundheit, Verhalten und Kosten informiert, berücksichtigen Sie mediterrane Krankheiten wie Leishmaniose, und planen Sie eine tierärztliche Kontrolle sowohl nach der Ankunft als auch nach einem halben Jahr ein. Geben Sie Ihrem Hund vor allem Zeit: Im Durchschnitt dauert es Wochen bis Monate, bis sich ein frisch adoptierter Hund wirklich sicher fühlt. Mit Geduld, einer ruhigen ersten Phase und der richtigen Vorbereitung wird aus einem unsicheren Tierheimhund oft ein rundum eingelebter Familienhund.
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Quellen: ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) sowie allgemeine EU-Richtlinien zum Heimtiertransport. Wir sind keine Tierärzte; wenden Sie sich bei Zweifeln an der Gesundheit Ihres Hundes immer an Ihren eigenen Tierarzt.