Zahnpflege beim Hund: Zahnstein vorbeugen und den Hund ans Zähneputzen gewöhnen

, Von Michael van Wassem, 5 min Lesezeit

Zahnstein und Mundgeruch entstehen schleichend. So putzen Sie die Zähne Ihres Hundes Schritt für Schritt, was Kauartikel können und was nicht und wann Sie zum Tierarzt gehen.

Mundgeruch, ein gelblicher Rand an den Backenzähnen, ein Hund, der plötzlich weniger gern an einem Knochen kaut: Zahnprobleme entwickeln sich meist langsam. Mit ein paar Minuten am Tag lassen sich viele davon im Griff halten.

Die kurze Antwort: putzen, kauen und kontrollieren lassen

Gute Zahnpflege besteht aus drei Teilen. Sie putzen die Zähne so oft wie möglich (am besten täglich) mit einer speziellen Hundezahnpasta. Sie ergänzen das mit geeigneten Kausnacks oder Kauspielzeug. Und Sie lassen die Zähne regelmäßig vom Tierarzt kontrollieren. Zähneputzen ist die einzige Methode zu Hause, die Plaque wirklich entfernt. Kauen hilft mechanisch, ersetzt das Putzen aber nicht.

Von Plaque zu Zahnstein

Plaque ist ein weicher, klebriger Bakterienbelag, der sich nach jeder Mahlzeit auf den Zähnen bildet. Bleibt er liegen, härten Mineralien im Speichel ihn zu Zahnstein aus. Zahnstein lässt sich zu Hause nicht mehr entfernen und bietet eine raue Oberfläche, auf der neue Plaque leichter haftet. Unter dem Zahnfleischrand kann das zu entzündetem Zahnfleisch und später zu Parodontitis führen: einer Erkrankung, bei der das Gewebe um den Zahn angegriffen wird. Das ist schmerzhaft und kann Zähne kosten.

💡 Kleine Rassen und kurzschnauzige Rassen wie Mops oder Bulldogge haben oft eng stehende Zähne und dadurch ein höheres Risiko für Zahnprobleme. Auch ein Gebiss ohne sichtbaren Zahnstein kann unter dem Zahnfleisch Probleme haben.

Anzeichen, dass die Zähne Aufmerksamkeit brauchen

  • Ein starker, unangenehmer Geruch aus dem Maul
  • Gelbe oder braune Beläge, vor allem an den Backenzähnen
  • Gerötetes, geschwollenes oder leicht blutendes Zahnfleisch
  • Starkes Sabbern oder Kauen auf nur einer Seite
  • Futter fallen lassen, vorsichtig fressen oder einen Kauartikel liegen lassen
  • Mit der Pfote am Maul reiben

Sehen Sie mehrere Anzeichen oder wirkt Ihr Hund, als hätte er Schmerzen? Dann vereinbaren Sie einen Termin beim Tierarzt. Warten Sie nicht bis zum nächsten Putzen.

So gewöhnen Sie Ihren Hund ans Zähneputzen: Schritt für Schritt

  1. Wählen Sie Hundezahnpasta. Verwenden Sie nie Zahnpasta für Menschen. Sie enthält Stoffe, die ein Hund nicht schlucken sollte, wie Fluorid und manchmal Xylit, das für Hunde giftig ist.
  2. Lassen Sie Ihren Hund probieren. Ein bisschen Paste auf dem Finger ist oft schon ein Fest, denn Hundezahnpasta schmeckt nach Fleisch oder Malz.
  3. Gewöhnen Sie ihn an Berührung. Heben Sie ruhig die Lefze an und streichen Sie mit dem Finger an den Zähnen entlang. Belohnen Sie nach ein paar Sekunden.
  4. Wechseln Sie zur Bürste. Eine Fingerbürste ist für viele Hunde der leichteste Einstieg. Später können Sie eine weiche Hundezahnbürste benutzen.
  5. Putzen Sie die Außenseite. Machen Sie kleine Kreise am Zahnfleischrand, besonders bei Backenzähnen und Eckzähnen. Die Innenseite reinigt die Zunge schon größtenteils.
  6. Halten Sie es kurz. Beginnen Sie mit 10 bis 20 Sekunden und steigern Sie langsam. Beenden Sie immer positiv.

Bei einem Welpen können Sie das Ritual schon früh üben. Die Milchzähne werden mit etwa vier bis sechs Monaten gewechselt. In dieser Phase geht es deshalb vor allem um Gewöhnung und nicht um kräftiges Putzen. Zum Einstieg passen zum Beispiel das Trixie Zahnpflege-Set für Hunde mit Zahncreme und Fingerbürste.

Kausnacks und Kauspielzeug: was sie können und was nicht

Kauen schabt einen Teil der Plaque ab, vor allem an den seitlichen Backenzähnen. Die vorderen Zähne werden weniger erreicht. Wie hart und wie groß ein Kauartikel sein sollte, hängt von Ihrem Hund ab. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Wählen Sie die richtige Größe. Ein Kauartikel sollte größer sein als das Maul, damit Ihr Hund ihn nicht auf einmal schlucken kann.
  • Achten Sie auf die Härte. Sehr harte Produkte wie Hirschgeweih oder harte Knochen können einen Zahn brechen lassen. Eine häufig genannte Faustregel lautet: Mit dem Fingernagel sollte sich eine kleine Delle eindrücken lassen.
  • Rechnen Sie Kalorien mit. Kausnacks sind Futter. Verringern Sie bei Bedarf die Tagesration.
  • Bleiben Sie in der Nähe. Geben Sie Kauartikel unter Aufsicht und nehmen Sie ein kleines Reststück weg, das sich ganz verschlucken ließe.

Zum Beispiel unterstützt der Bosch Sammys Zahnstengel die tägliche Zahnpflege als Kausnack. Manche Produkte tragen das VOHC-Siegel: ein amerikanisches Siegel, für das eine Wirkung auf Plaque oder Zahnstein geprüft wurde. Welche Wahl zu Ihrem Hund passt, besprechen Sie am besten mit Ihrem Tierarzt.

Gele, Sprays und Zusätze fürs Trinkwasser können eine Ergänzung sein. Die Belege sind je nach Produkt unterschiedlich, und sie ersetzen das Putzen nicht.

Häufige Fehler

  • Zahnpasta für Menschen verwenden
  • Nur auf Kausnacks setzen und nicht putzen
  • Zu harte Kauartikel oder Geweih geben, die Zähne beschädigen können
  • Zahnstein selbst abkratzen; das kann den Zahnschmelz beschädigen
  • Das Gebiss erst kontrollieren lassen, wenn es schon riecht oder wehtut

Wann zum Tierarzt?

Gehen Sie zum Tierarzt bei blutendem oder stark geschwollenem Zahnfleisch, einem lockeren oder abgebrochenen Zahn, einer geschwollenen Wange, Fressverweigerung oder auffällig starkem Geruch. Eine professionelle Zahnreinigung erfolgt meist unter Narkose. Nur dann kann der Tierarzt auch unter dem Zahnfleischrand reinigen und bei Bedarf Röntgenbilder machen. Fragen Sie, wie oft eine Kontrolle bei Ihrem Hund sinnvoll ist.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meinem Hund die Zähne putzen?

Täglich ist am besten, weil Plaque schon innerhalb weniger Tage aushärten kann. Mehrmals pro Woche zu putzen ist besser als gar nicht.

Kann ich Zahnstein zu Hause entfernen?

Nicht sicher. Zahnstein sitzt fest und kann auch unter dem Zahnfleisch liegen. Lassen Sie ihn vom Tierarzt entfernen.

Reichen Kauknochen für gesunde Zähne?

Nein. Kauen kann helfen, aber die meisten Hunde brauchen zusätzlich Putzen und Kontrollen.

Ist Mundgeruch immer ein Zahnproblem?

Oft, aber nicht immer. Auch Magen-Darm-Probleme oder andere Erkrankungen können eine Rolle spielen. Bleibt der Geruch, lassen Sie Ihren Tierarzt nachsehen.

Zusammenfassung

  • Putzen Sie so oft wie möglich mit Hundezahnpasta, nie mit Zahnpasta für Menschen.
  • Kausnacks und Kauspielzeug sind eine Ergänzung, kein Ersatz.
  • Wählen Sie Kauartikel in passender Größe und Härte und rechnen Sie die Kalorien mit.
  • Lassen Sie die Zähne regelmäßig kontrollieren und gehen Sie bei Schmerzen oder Blut sofort zum Tierarzt.

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Quellen und weiterführende Informationen: Fakultät für Veterinärmedizin der Universität Utrecht, KNMvD, WSAVA Global Dental Guidelines, Veterinary Oral Health Council (VOHC).

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