Ein Kaninchen anschaffen: So verläuft die erste Woche reibungslos
, Von Michael van Wassem, 6 min Lesezeit
, Von Michael van Wassem, 6 min Lesezeit
Ein Kaninchen anzuschaffen ist für die meisten Menschen vor allem ein schönes Ereignis, für das Kaninchen selbst jedoch eine große Umstellung. Kaninchen sind Fluchttiere: Eine neue Umgebung, neue Gerüche und unbekannte Menschen können am Anfang durchaus beängstigend sein. Mit der richtigen Vorbereitung und einer ruhigen ersten Woche gewöhnt sich Ihr Kaninchen schnell ein und fühlt sich bald zu Hause. In diesem Artikel erfahren Sie genau, was Sie vor der Ankunft regeln sollten, wie die ersten Tage ablaufen und welche Fehler Sie besser vermeiden.
Sorgen Sie dafür, dass die Unterkunft bereits vollständig eingerichtet ist, bevor Sie das Kaninchen abholen, damit es sich direkt nach dem Transport in Ruhe an seinen eigenen Platz gewöhnen kann. Laut dem Landelijk Informatiecentrum Gezelschapsdieren (LICG, niederländische Fachstelle für Heimtierinformation) muss ein Kaninchen in der Grundunterkunft mindestens drei bis vier Sprünge machen und sich auf den Hinterbeinen aufrichten können. Für zwei mittelgroße Kaninchen gilt als Faustregel ein Nachtstall von mindestens 180 x 60 x 60 cm, dazu ein Auslauf von mindestens 3 m², um sich tagsüber bewegen zu können. Die meisten fertigen Käfige aus dem Handel sind hierfür zu knapp bemessen und eignen sich vor allem als Schlafplatz, nicht als vollständiger Lebensraum.
Stellen Sie in der Unterkunft auf jeden Fall bereit:
💡 Tipp: Stellen Sie die Unterkunft an einen ruhigen Ort, geschützt vor Zugluft und nicht in praller Sonne, damit Ihr Kaninchen nicht sofort Trubel oder lauten Geräuschen ausgesetzt ist.
Ein Holzhäuschen wie das Trixie Blockhaus Jerrik eignet sich gut als Rückzugsort, in dem sich das Kaninchen sicher und geborgen fühlt.
Lassen Sie Ihr Kaninchen nach dem Transport in seinem eigenen Tempo selbst aus dem Stall oder der Transportbox kommen. Heben Sie es nicht sofort hoch und nehmen Sie es nicht zum Kuscheln auf den Arm: Für ein Fluchttier ist Hochgehobenwerden von Natur aus beängstigend. Setzen Sie sich lieber auf Augenhöhe und lassen Sie das Kaninchen die Umgebung erkunden. Beschränken Sie sich am ersten Tag auf Futter, Wasser und eine kurze Kontrolle, und lassen Sie es ansonsten in Ruhe. Kinder und andere Haustiere lernen das Kaninchen am besten erst nach einigen Tagen kennen, und dann unter Aufsicht.
In der ersten Woche geht es vor allem um Ruhe und Vorhersehbarkeit. Füttern und pflegen Sie Ihr Kaninchen immer zu denselben Zeiten, sprechen Sie leise und bewegen Sie sich nicht zu schnell in der Nähe der Unterkunft. Viele Kaninchen sind in den ersten Tagen stiller als sonst oder verstecken sich häufiger; das ist eine normale Reaktion auf die Veränderung. Im Laufe der Tage können Sie immer etwas länger bei der Unterkunft sitzen bleiben und vorsichtig eine Hand anbieten, damit das Kaninchen Ihren Geruch kennenlernt. Erzwingen Sie nichts: Lassen Sie das Kaninchen selbst die Initiative ergreifen, um näherzukommen.
⚠️ Achtung: Ein Kaninchen, das nach einer Woche noch immer kaum frisst, trinkt oder Kot absetzt, sollte nicht einfach abgewartet werden. Nehmen Sie dann Kontakt mit einem Tierarzt auf, denn Kaninchen können durch Stress relativ schnell Verdauungsprobleme entwickeln.
Heu bildet zu jeder Zeit die Grundlage des Speiseplans und sollte unbegrenzt verfügbar sein. Bekam das Kaninchen beim vorherigen Besitzer oder Züchter eine andere Marke Pellets oder Frischfutter, dann stellen Sie es innerhalb von etwa einer Woche schrittweise auf das Futter um, das Sie geben möchten, indem Sie altes und neues Futter jeden Tag in einem anderen Verhältnis mischen. Ein abrupter Wechsel kann zu Verdauungsproblemen führen. Frisches Wasser sollte täglich vorhanden sein, auch wenn Ihr Kaninchen in den ersten Tagen aus Anspannung wenig zu trinken scheint.
Kaninchen sind von Natur aus soziale Gruppentiere und sollten laut LICG nicht allein gehalten werden, sondern zusammen mit mindestens einem Artgenossen. Ein Kaninchen, das allein in einem Stall sitzt, langweilt sich und kann dadurch Verhaltens- und Wohlbefindensprobleme entwickeln, auch wenn Sie selbst ihm viel Aufmerksamkeit schenken. Wenn Sie überlegen, ein Kaninchen zu nehmen, denken Sie vorab über einen Partner nach: Ein kastriertes Männchen und ein sterilisiertes Weibchen bilden in der Regel die stabilste Kombination. Haben Sie bereits ein Kaninchen und möchten ihm einen Partner geben, gewöhnen Sie die Tiere immer über einen ruhigen, begleiteten Vergesellschaftungsprozess aneinander, statt sie direkt zusammenzusetzen.
🐶 Ein Kaninchen, das sich eingewöhnt, kommt allmählich häufiger aus dem Schutzhäuschen, frisst und trinkt zu den festen Zeiten mit Appetit und reagiert neugierig statt panisch auf Geräusche. Trommeln mit den Hinterbeinen, sich flach auf den Boden drücken mit angelegten Ohren, oder völliges Stillsitzen sind Anzeichen von Angst oder Stress. Zeigt Ihr Kaninchen dieses Verhalten nach der ersten Woche noch täglich, bauen Sie den Kontakt in kleineren Schritten weiter ab und geben Sie ihm mehr Zeit.
Besser nicht. Lassen Sie das Kaninchen in den ersten Tagen selbst die Umgebung erkunden und bauen Sie den Kontakt in Ruhe von Augenhöhe aus auf, bevor Sie es hochheben.
Das ist von Kaninchen zu Kaninchen unterschiedlich: Manche Tiere sind innerhalb weniger Tage entspannt, andere brauchen einige Wochen. Bleiben Sie geduldig und erzwingen Sie nichts.
Nein. Zeitmangel ist kein Grund, ein Kaninchen allein zu halten; das Tier braucht gerade dann einen Artgenossen, auch wenn Sie selbst wenig Zeit haben.
Bei anhaltender Nahrungs- oder Wasserverweigerung, ausbleibendem Kotabsatz, Antriebslosigkeit oder anderem auffälligem Verhalten, das länger als einen Tag anhält, ist es ratsam, nicht abzuwarten, sondern einen Tierarzt zu konsultieren.
Ein Kaninchen zu Hause eingewöhnen zu lassen erfordert vor allem Geduld, Ruhe und eine gut vorbereitete Unterkunft. Regeln Sie die Unterbringung, das Heu und einen Rückzugsort bereits vor der Ankunft, lassen Sie das Kaninchen die ersten Tage in seinem eigenen Tempo eingewöhnen und denken Sie daran, dass ein Kaninchen niemals allein leben sollte. Mit dieser Grundlage legen Sie ein solides Fundament für eine schöne, langfristige Bindung zu Ihrem neuen Mitbewohner.
Quellen: Landelijk Informatiecentrum Gezelschapsdieren (LICG.nl) — "De aanschaf van konijnen" und "Konijnen koppelen".