
Mäuse als Haustier: Alles, was Sie vor dem Start wissen müssen
, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit

, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit
Eine Maus wirkt einfach, braucht aber ganz bestimmte Gesellschaft, Unterbringung und Ernährung. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, gut vorbereitet zu starten.
Eine Maus wirkt auf den ersten Blick wie eines der einfachsten Haustiere überhaupt: klein, günstig und schnell angeschafft. In der Praxis stellt eine Maus jedoch ganz bestimmte Anforderungen an Unterbringung, Gesellschaft und Pflege, und ein falscher Start geht oft zu Lasten des Tieres. Dieser Artikel fasst zusammen, was eine Maus als Haustier wirklich braucht, damit Sie gut vorbereitet starten können.
Die kurze Antwort: Mäuse sind muntere, aktive und gesellige Haustiere, die am besten in einer gleichgeschlechtlichen Gruppe gehalten werden, in einem geräumigen Käfig mit vielen Versteckmöglichkeiten. Zum Kuscheln eignen sie sich nicht, wohl aber zum Beobachten. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von anderthalb bis zwei Jahren ist eine Maus eine kurze, aber intensive Verantwortung.
Die Hausmaus (Mus musculus domesticus) ist ein Nagetier, das von Natur aus in Gruppen lebt. Mäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv: Tagsüber schlafen sie größtenteils, abends und nachts werden sie munter. Das macht sie tagsüber weniger zum "Streicheltier" geeignet, dafür aber besonders spannend, um sie abends beim Klettern, Graben und Spielen zu beobachten. Mäuse sind intelligent, neugierig und lernen schnell, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden.
Eine Maus wird selten älter als zwei bis drei Jahre. Diese kurze Lebensspanne ist ein wichtiger Punkt, den Sie im Voraus bedenken sollten, besonders wenn Kinder beteiligt sind.
Mäuse sind Gruppentiere und sollten nicht allein gehalten werden. Weibliche Mäuse lassen sich fast immer problemlos in einer Gruppe von zwei oder mehr Tieren halten. Bei Männchen sieht das anders aus: Fremde Männchen bekämpfen sich häufig, und selbst Brüder vertragen sich mit zunehmendem Alter manchmal nicht mehr. Männchen werden daher oft einzeln oder, wenn es wirklich gut funktioniert, mit einem Bruder aus demselben Wurf gehalten.
Halten Sie Männchen und Weibchen niemals zusammen, es sei denn, Sie planen bewusst Nachwuchs: Mäuse sind bereits ab etwa sechs Wochen geschlechtsreif, und ein Wurf kann schon nach drei Wochen Tragzeit zur Welt kommen. Kaufen Sie am besten gleichgeschlechtliche Mäuse bei einem seriösen Züchter oder Fachhandel, und prüfen Sie, ob Jungtiere aus einer gemischten Gruppe nicht bereits trächtig sind.
Mäuse sind aktiv und klettern gerne, daher gilt: je mehr Platz und je mehr Ebenen, desto besser. Wählen Sie einen Nagerkäfig für den Innen- und Außenbereich mit einem stabilen, geschlossenen Boden, der Einstreu aufnehmen kann, und achten Sie genau auf den Gitterabstand: Mäuse schlüpfen durch überraschend kleine Öffnungen, wählen Sie daher enge Gitterstäbe oder einen Käfig mit (teilweise) geschlossenen Wänden.
Mäuse sind Allesfresser. In freier Wildbahn fressen sie nicht nur Samen und Getreide, sondern gelegentlich auch Insekten und andere kleine Eiweißquellen. Ein vollwertiges Mäuse- und Rennmausfutter mit Pellets oder Körnern sorgt für eine ausgewogene Ernährung; eine lose Saatenmischung allein reicht nicht aus, da Mäuse daraus oft nur die leckersten (und am wenigsten nahrhaften) Körner herauspicken.
Ergänzen Sie das Hauptfutter gelegentlich mit einem kleinen Stück Gemüse, Obst oder einem Trockensnack, und sorgen Sie stets für frisches Trinkwasser, zum Beispiel über eine Kleintiertränke mit Käfighalter. Geben Sie niemals Schokolade, Süßigkeiten, salzige Speisen oder größere Mengen Zitrusfrüchte. Da die Zähne einer Maus lebenslang nachwachsen, ist Nagematerial im Käfig kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
Mäuse sind im Allgemeinen saubere Tiere, die sich selbst putzen, doch der Käfig selbst braucht regelmäßige Pflege. Erneuern Sie Wasser und Futter täglich, entfernen Sie sichtbar verschmutzte Stellen alle paar Tage, und reinigen Sie den gesamten Käfig etwa einmal pro Woche gründlich mit warmem Wasser (ohne aggressive Reinigungsmittel). Lassen Sie beim Putzen bewusst etwas altes Nestmaterial liegen: Das hilft den Mäusen, ihren eigenen Geruch wiederzuerkennen, und reduziert Stress.
Heben Sie eine Maus niemals an der Schwanzspitze hoch. Lassen Sie eine Maus stattdessen selbst in Ihre Hand oder in eine Röhre laufen, oder stützen Sie den Körper vollständig, wenn Sie den Schwanzansatz greifen. Gönnen Sie neuen Mäusen in den ersten Tagen vor allem Ruhe und nähern Sie sich ihnen danach ruhig und zu festen Zeiten, damit sie sich an Ihren Geruch und Ihre Stimme gewöhnen.
Mäuse sind anfällig für einige bestimmte Erkrankungen. Achten Sie auf folgende Anzeichen und suchen Sie im Zweifel einen Tierarzt mit Erfahrung bei Nagetieren auf:
Waschen Sie sich nach dem Umgang mit einer Maus oder der Käfigreinigung stets die Hände, wie es bei jedem Haustier eine sinnvolle Gewohnheit ist.
Mäuse sind spannend zu beobachten, doch ihre Schnelligkeit und ihr zerbrechlicher Körperbau machen sie weniger geeignet, um von kleinen Kindern festgehalten zu werden. Eine Maus, die sich bedroht fühlt, kann beißen oder wegspringen, mit dem Risiko eines Sturzes. Betrachten Sie eine Maus für Kinder vor allem als "Beobachtungshaustier": lehrreich und faszinierend zu verfolgen, aber mit begrenztem Kuschelkontakt und stets unter Aufsicht eines Erwachsenen.
Die Anschaffung einer Maus selbst ist meist günstig, doch kalkulieren Sie die einmaligen Kosten für einen geräumigen Käfig, Einstreu, eine Trinkflasche, ein Napf und Beschäftigungsmaterial vorher gründlich durch. Danach bleiben die monatlichen Kosten für Futter und Einstreu relativ gering, doch bedenken Sie mögliche Tierarztkosten, die bei kleinen Nagetieren verhältnismäßig hoch ausfallen können.
Im Durchschnitt anderthalb bis zwei Jahre, mit Ausreißern bis etwa drei Jahre bei guter Pflege und günstiger Genetik.
Weibchen sollten möglichst nie allein gehalten werden. Männchen vertragen oft keine fremden Artgenossen, profitieren aber weiterhin von der Gesellschaft eines vertrauten Bruders, wo möglich, oder andernfalls von viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung.
Eine gut sozialisierte Maus beißt selten. Beißen entsteht meist aus Angst oder einer falschen Art des Hochhebens, nicht aus grundloser Aggression.
Mäuse selbst riechen kaum, doch ihr Urin kann bei unzureichender Reinigung einen strengen Geruch entwickeln. Regelmäßige Käfigpflege beugt dem größtenteils vor.
Eine Maus ist ein kleines Haustier mit großen Bedürfnissen: Gesellschaft von Artgenossen, ein geräumiger und sicherer Käfig, vollwertiges Futter und eine ruhige, konsequente Pflege. Mit der richtigen Vorbereitung ist eine Mäusegruppe eine überraschend lebendige und lehrreiche Gesellschaft, die Sie vor allem abends in voller Aktion erleben. Nehmen Sie sich die Zeit, Käfig und Zubehör vorab gut einzurichten, dann starten Sie mit einer soliden Grundlage.