
Nierenprobleme bei Katzen: frühe Anzeichen erkennen und die Rolle der Ernährung
, Von Michael van Wassem, 5 min Lesezeit

, Von Michael van Wassem, 5 min Lesezeit
Mehr Trinken, Gewichtsverlust, stumpfes Fell: das sind frühe Anzeichen einer chronischen Nierenerkrankung bei Katzen. So erkennen Sie sie rechtzeitig, und so kann die richtige Ernährung helfen.
Bemerken Sie, dass Ihre Katze plötzlich viel mehr trinkt und uriniert, trotz normaler Nahrungsaufnahme abnimmt oder hin und wieder unerklärlich erbricht? Das können frühe Anzeichen einer chronischen Nierenerkrankung (CNE) sein, einem der häufigsten Gesundheitsprobleme bei älteren Katzen. Nierenerkrankungen sind nicht heilbar, werden aber oft erst spät erkannt — dabei können frühzeitiges Erkennen und die richtige Ernährung den Unterschied ausmachen zwischen einer Katze, der es noch jahrelang gut geht, und einer Katze, die sich schnell verschlechtert. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf Sie achten sollten, was die Ursachen sind und wie Ernährung und Pflege zu Hause helfen können.
Die Nieren einer Katze filtern Abfallstoffe aus dem Blut, regulieren den Flüssigkeitshaushalt und unterstützen die Bildung roter Blutkörperchen. Bei einer chronischen Nierenerkrankung (auch chronische Niereninsuffizienz genannt) verschlechtert sich das Nierengewebe allmählich und unwiderruflich. Da Katzen von Natur aus über eine große Nierenreserve verfügen, bemerkt man oft erst etwas, wenn bereits rund 70 % des Nierengewebes geschädigt sind. Genau deshalb ist die Nierenerkrankung bei Katzen so tückisch: Die ersten, subtilen Anzeichen werden leicht übersehen.
Eine CNE tritt vor allem bei Katzen ab 7 Jahren auf, kann aber in jedem Alter entstehen. Laut tiermedizinischen Quellen wie der International Renal Interest Society (IRIS) hat schätzungsweise 1 von 3 Katzen über 10 Jahren eine mehr oder weniger stark eingeschränkte Nierenfunktion.
Da die Nieren über so viel Reservekapazität verfügen, sind die ersten Anzeichen oft subtil. Achten Sie besonders auf:
Eines dieser Anzeichen allein muss nichts bedeuten, aber eine Kombination — vor allem bei einer Katze ab 7 Jahren — ist Grund genug für eine Kontrolle beim Tierarzt.
⚠️ Gehen Sie sofort zum Tierarzt, wenn Ihre Katze gar nicht mehr frisst oder trinkt, wiederholt erbricht, teilnahmslos in einer Ecke liegt oder deutlich Schmerzen zeigt. Das können Anzeichen eines akuten Nierenproblems sein, das dringend behandelt werden muss.
Eine chronische Nierenerkrankung entsteht meist nicht durch eine einzige klare Ursache, sondern durch eine Kombination von Faktoren, die das Nierengewebe im Laufe der Zeit schädigen:
Eine Nierenerkrankung wird durch Blut- und Urinuntersuchungen festgestellt. Der Tierarzt betrachtet unter anderem die Nierenwerte Harnstoff und Kreatinin sowie heutzutage auch SDMA — einen Marker, der Abweichungen früher anzeigt als die klassischen Werte. Die Urinuntersuchung zeigt, wie konzentriert der Urin noch ist und ob Eiweiß verloren geht. Anhand der Ergebnisse wird die Nierenerkrankung einem IRIS-Stadium (1 bis 4) zugeordnet, was hilft, Behandlung und Ernährungsempfehlung auf den Schweregrad abzustimmen. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto mehr Zeit bleibt, den Verlauf mit Ernährung und Behandlung zu verlangsamen.
Die Ernährung ist eine der wichtigsten Säulen bei der Behandlung einer chronischen Nierenerkrankung. Spezielles Diätfutter für Katzen mit Nierenproblemen ist in mehreren Punkten angepasst:
Diese Art von Diätfutter ist in der Regel verschreibungspflichtig und wird immer in Absprache mit dem Tierarzt eingesetzt — ändern Sie die Ernährung Ihrer Katze also nicht auf eigene Faust, sobald die Diagnose feststeht. Ein Beispiel für ein solches Nieren-Diätfutter ist das Kattovit Feline Diet Niere/Renal mit Huhn, das speziell für Katzen mit eingeschränkter Nierenfunktion entwickelt wurde.
Neben dem richtigen Futter können Sie als Halter selbst viel tun, um die Nieren Ihrer Katze zu entlasten:
Ist eine chronische Nierenerkrankung bei Katzen heilbar?
Nein, geschädigtes Nierengewebe erholt sich nicht wieder. Mit der richtigen Ernährung, Medikation und Nachsorge lässt sich der Krankheitsverlauf jedoch verlangsamen, sodass viele Katzen noch jahrelang eine gute Lebensqualität haben.
Kann ich eine Nierenerkrankung bei meiner Katze vorbeugen?
Vollständig vorbeugen lässt sie sich nicht immer, aber ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, ein gesundes Gewicht, gute Zahnpflege und die rechtzeitige Behandlung von Infektionen verringern das Risiko deutlich.
Ab welchem Alter sollte ich besonders aufmerksam sein?
Ab etwa 7 Jahren steigt das Risiko deutlich an. Bei manchen Rassen mit erblicher Veranlagung ist eine frühere Untersuchung sinnvoll.
Darf ich die Ernährung meiner Katze selbst umstellen, wenn ich Nierenprobleme vermute?
Nein, warten Sie das Ergebnis der Blut- und Urinuntersuchung ab. Diätfutter für Nierenprobleme ist speziell zusammengesetzt und nicht für jede Katze geeignet — sprechen Sie immer zuerst mit dem Tierarzt.
Eine chronische Nierenerkrankung ist eines der häufigsten, aber auch am meisten unterschätzten Gesundheitsprobleme bei älteren Katzen. Achten Sie auf Anzeichen wie vermehrtes Trinken und Urinieren, Gewichtsverlust und verminderten Appetit, und lassen Sie Ihre Katze ab etwa 7 Jahren regelmäßig kontrollieren. Wird die Diagnose gestellt, ist eine angepasste Ernährung — in Absprache mit dem Tierarzt — eines der wirksamsten Mittel, um die Nieren zu entlasten und Ihrer Katze ein angenehmes, komfortables Leben zu ermöglichen.