Hond en kat krijgen samen een rustige gewichtscontrole bij de dierenarts

Übergewicht bei Hunden und Katzen: Anzeichen erkennen und gesund abnehmen

, Von Michael van Wassem, 9 min Lesezeit

Übergewicht ist eines der häufigsten, aber auch am leichtesten vermeidbaren Gesundheitsprobleme bei Haustieren. Erfahren Sie, wie Sie Übergewicht bei Hund oder Katze erkennen und sicher beim Abnehmen helfen.

Ein rundlicher Hund oder eine mollige Katze wirkt auf viele Menschen niedlich, aber Übergewicht ist keine harmlose Nebensache. Es ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme bei Haustieren – und gleichzeitig eines der am leichtesten vermeidbaren. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Übergewicht bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze erkennen, warum es so wichtig ist, etwas dagegen zu tun, und vor allem: wie Sie Ihrem Tier sicher und gesund beim Abnehmen helfen.

Kurz gesagt: Ist Ihr Haustier zu schwer?

Sie brauchen keine Tabelle mit exakten Zielgewichten, um eine erste Einschätzung zu machen. Können Sie bei leichtem Druck an der Seite Ihres Hundes oder Ihrer Katze die Rippen fühlen, ohne fest drücken zu müssen, und sehen Sie von oben eine deutliche Taille hinter den Rippen? Dann liegt das Gewicht wahrscheinlich im gesunden Bereich. Spüren Sie die Rippen kaum oder erst mit festem Druck, und ist keine Taille mehr erkennbar, hat Ihr Tier vermutlich Übergewicht. Im Zweifel kann eine Tierarztpraxis in wenigen Minuten einen Body Condition Score (BCS) bestimmen – eine Skala von 1 (stark untergewichtig) bis 9 (stark übergewichtig), die deutlich aussagekräftiger ist als die Zahl auf der Waage allein.

Anzeichen von Übergewicht erkennen

Weil Sie Ihr Tier jeden Tag sehen, fallen allmähliche Veränderungen oft erst spät auf. Diese Anzeichen helfen dabei, gezielter hinzuschauen.

Der Rippentest: fühlen statt nur ansehen

Legen Sie beide Hände flach auf die Seite Ihres Tieres, auf Höhe des Brustkorbs, und bewegen Sie die Finger sanft über die Rippen.

  • Gesundes Gewicht: Sie fühlen die Rippen direkt unter einer dünnen Fettschicht, ähnlich wie Ihren Handrücken mit gestreckten Fingern.
  • Leichtes Übergewicht: Sie müssen deutlich drücken, um die Rippen zu spüren, vergleichbar mit Ihrer Handfläche.
  • Übergewicht/Adipositas: Sie spüren die Rippen kaum oder gar nicht mehr, ähnlich wie die Oberseite Ihrer Fingerknöchel.

Taille und Bauchlinie

Betrachten Sie Ihren Hund oder Ihre Katze von oben: Gibt es eine klare Einschnürung hinter den Rippen, oder verläuft der Körper gerade durch, ohne Taille? Schauen Sie auch von der Seite: Bei gesundem Gewicht verläuft die Bauchlinie schräg nach oben in Richtung Hinterbeine. Hängt der Bauch nach unten oder verläuft die Linie gerade, deutet das auf Übergewicht hin.

💡 Praktisch: Machen Sie einmal im Monat ein Foto Ihres Tieres von oben und von der Seite, immer auf die gleiche Weise. So erkennen Sie allmähliche Veränderungen, die im Alltag leicht übersehen werden.

Ursachen von Übergewicht bei Hunden und Katzen

Übergewicht entsteht selten durch einen einzigen großen Fehler, sondern meist durch die Summe kleiner Gewohnheiten.

  • Zu viele Kalorien: Die empfohlene Menge auf der Verpackung ist ein Durchschnittswert. Der tatsächliche Energiebedarf hängt von Alter, Rasse, Aktivitätsniveau und davon ab, ob das Tier kastriert oder sterilisiert ist.
  • Snacks und Reste, die nicht mitgezählt werden: Ein Stück Käse oder ein Rest vom Teller wirkt harmlos, zählt bei einer 4-Kilo-Katze aber genauso schwer wie ein zusätzlicher Burger beim Menschen.
  • Kastration oder Sterilisation: Nach dem Eingriff sinkt der Energiebedarf vieler Tiere um etwa 20 bis 30 %, während der Appetit oft sogar zunimmt. Die Futtermenge muss entsprechend angepasst werden.
  • Weniger Bewegung: durch Alter, Gelenkbeschwerden, einen vollen Terminkalender des Halters oder einfach eine ruhige Wesensart.
  • Zugrunde liegende Erkrankungen: Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden können eine Gewichtszunahme begünstigen. Nimmt Ihr Tier trotz angepasster Ernährung weiter zu, sprechen Sie das in der Tierarztpraxis an.

Gesundheitsrisiken von Übergewicht

Übergewicht ist mehr als eine Frage des Aussehens. Es erhöht bei Hunden und Katzen das Risiko für:

  • Arthrose und Gelenkbeschwerden durch die dauerhafte Mehrbelastung der Gelenke
  • Diabetes mellitus, besonders bei übergewichtigen Katzen
  • Herz- und Atembeschwerden sowie eine geringere Belastbarkeit bei Hitze oder Anstrengung
  • Ein höheres Komplikationsrisiko bei Operationen und Narkosen
  • Eine verkürzte Lebenserwartung

Der letzte Punkt ist keine bloße Vermutung. In einer langjährigen US-amerikanischen Studie an Labrador Retrievern wurde eine Gruppe von Hunden ihr Leben lang auf gesundem Gewicht gehalten, während ihre Wurfgeschwister frei fressen durften. Die schlankeren Hunde lebten im Durchschnitt fast zwei Jahre länger und entwickelten chronische Erkrankungen wie Arthrose erst deutlich später. Das bestätigt, was Tierärztinnen und Tierärzte aus der Praxis längst wissen: Ein gesundes Gewicht gehört zu den größten, am meisten unterschätzten Geschenken für ein Haustier.

Gesund und sicher abnehmen: der Stufenplan

Schnelles Abnehmen ist bei Hunden und Katzen nicht das Ziel – bei Katzen kann es sogar gefährlich sein (siehe Kasten unten). Gehen Sie das Thema deshalb Schritt für Schritt an.

  1. Schritt 1 – Gewicht objektiv feststellen lassen. Lassen Sie Ihr Tier in der Tierarztpraxis wiegen und den Body Condition Score bestimmen. Schließen Sie zugrunde liegende Ursachen wie ein Schilddrüsenproblem aus, bevor Sie mit einer Diät beginnen.
  2. Schritt 2 – Zielgewicht und Tempo festlegen. Ein gesundes Abnehmtempo liegt meist bei etwa 1 bis 2 % des Körpergewichts pro Woche. Zu schnelles Abnehmen kostet Muskelmasse statt Fett.
  3. Schritt 3 – Die richtige Portion berechnen. Rechnen Sie mit dem Zielgewicht, nicht dem aktuellen Gewicht, und wiegen Sie das Futter mit einer Küchenwaage ab, statt es mit einem Messbecher zu schätzen.
  4. Schritt 4 – Die Portion schrittweise reduzieren. Verringern Sie die Menge in kleinen Schritten von wenigen Prozent pro Woche, statt sie auf einen Schlag zu halbieren.
  5. Schritt 5 – Bewegung und Beschäftigung ergänzen. Mehr Bewegung unterstützt das Abnehmen, gleicht aber eine zu große Futterportion nicht aus.
  6. Schritt 6 – Alle zwei bis vier Wochen wiegen. So passen Sie die Portion rechtzeitig an und behalten den Fortschritt im Blick.
⚠️ Achtung bei Katzen: Lassen Sie eine übergewichtige Katze niemals abrupt deutlich weniger oder gar nicht mehr fressen. Katzen, die zu schnell und zu viel Gewicht verlieren, riskieren eine hepatische Lipidose (Leberverfettung) – eine ernste, potenziell lebensbedrohliche Erkrankung. Bauen Sie eine Diät bei Katzen immer schrittweise auf und ziehen Sie bei Futterverweigerung sofort die Tierarztpraxis hinzu.

Ernährung anpassen: worauf sollten Sie achten?

Einfach weniger vom gleichen Futter zu geben, funktioniert oft nicht gut: Ihr Tier bekommt dann auch weniger Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe, obwohl gerade die Muskelmasse während des Abnehmens erhalten bleiben sollte. Ein kalorienreduziertes Nassfutter für Hunde ist speziell darauf ausgelegt, weniger Kalorien bei gleichbleibendem oder sogar höherem Eiweiß- und Ballaststoffanteil zu liefern, sodass sich Ihr Tier trotz Gewichtsabnahme satt fühlt. Achten Sie außerdem auf Folgendes:

  • Leckerlis mitzählen: Rechnen Sie Belohnungen zur täglichen Kalorienmenge dazu, oder ersetzen Sie einen Teil des Trockenfutters durch Gemüse wie Gurken- oder Möhrenstücke (Hund) als kalorienarme Belohnung.
  • Mehrere kleine Portionen: Besonders bei Katzen hält die Aufteilung auf 3 bis 4 kleine Mahlzeiten das Hungergefühl besser unter Kontrolle als ein oder zwei große Portionen.
  • Langsameres Fressen fördern: Tiere, die ihr Futter in wenigen Bissen verschlingen, fühlen sich weniger schnell satt. Ein Anti-Schling-Napf für Hunde und Katzen verlangsamt das Fressen und sorgt für ein ruhigeres, sättigenderes Gefühl nach der Mahlzeit.
  • Bei Unsicherheit Rücksprache halten: Für Katzen mit deutlicher Neigung zu Übergewicht gibt es spezielles Futter für sterilisierte, übergewichtsanfällige Katzen, das eine schrittweise, sichere Gewichtsabnahme unterstützt.

Mehr Bewegung und Beschäftigung

Bewegung allein löst Übergewicht nicht, beschleunigt aber den Abnehmprozess, erhält Muskelmasse und hält die Gelenke beweglich.

  • Hunde: Bauen Sie zusätzliche Gehminuten langsam auf, besonders wenn Ihr Hund bereits Gelenkbeschwerden hat. Verteilen Sie zwei bis drei kürzere Spaziergänge über den Tag, statt einer langen, belastenden Runde.
  • Katzen: Katzen bewegen sich von Natur aus in kurzen, intensiven Jagdmomenten. Interaktives Spielzeug und Futterrätsel greifen dieses natürliche Verhalten auf und sorgen für zusätzliche Bewegung, ohne dass es sich wie „Sport" anfühlt.
  • Futterrätsel für beide: Ein Futterrätsel oder eine Schnüffelmatte lässt Ihr Tier für sein Futter arbeiten. Das kostet Energie, verlangsamt das Fressen und bietet geistige Beschäftigung, was Langeweile und Snacken aus Langeweile reduziert.

Häufige Fehler beim Abnehmen

  1. Futter schätzen statt wiegen. Eine „Tasse" Futter kann je nach Fülle bis zu 20 % variieren.
  2. Leckerlis nicht mitzählen. Belohnungen können bei kleinen Haustieren schnell 20 bis 30 % der täglichen Kalorienaufnahme ausmachen.
  3. Zu schnell zu viel reduzieren. Das führt zu Muskelabbau, extremem Hunger und bei Katzen zu gesundheitlichen Risiken.
  4. Nur auf das Gewicht achten, nicht auf die Körperkondition. Muskelmasse wiegt schwerer als Fett; der Rippentest und die Taille bleiben mindestens genauso wichtig wie die Zahl auf der Waage.
  5. Aufhören, sobald das Gewicht passt. Ohne dauerhaft angepasste Portion kommt das Gewicht oft genauso schnell wieder zurück.

Wann sollten Sie zur Tierärztin oder zum Tierarzt?

Suchen Sie tierärztlichen Rat, wenn:

  • Sie sich beim Zielgewicht oder der richtigen Tagesportion unsicher sind;
  • Ihr Hund oder Ihre Katze trotz angepasster Ernährung weiter zunimmt;
  • eine Katze während einer Diät plötzlich weniger frisst (Risiko einer Leberverfettung);
  • zusätzliche Anzeichen wie starker Durst, Müdigkeit oder Atembeschwerden auftreten, die auf eine zugrunde liegende Erkrankung wie Diabetes oder ein Schilddrüsenproblem hinweisen können.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell darf mein Haustier abnehmen?
Für die meisten Hunde und Katzen gilt eine Richtlinie von etwa 1 bis 2 % des Körpergewichts pro Woche. Schnelleres Abnehmen erhöht das Risiko für Muskelverlust und bei Katzen für Leberprobleme.

Ist Light-Futter immer die Lösung?
Light- oder Diätfutter hilft vor allem dann, wenn Portionsgröße und Leckerlis bereits unter Kontrolle sind. Ohne Anpassung der Gesamtkalorienmenge löst der reine Wechsel zu Light-Futter das Problem nicht.

Kann mein Hund oder meine Katze nach dem Abnehmen wieder normal fressen?
Nach Erreichen des Zielgewichts wird auf eine Erhaltungsportion umgestellt, die meist immer noch etwas niedriger liegt als die Portion, die zum Übergewicht geführt hat. Wiegen Sie regelmäßig weiter, um eine erneute Gewichtszunahme rechtzeitig zu erkennen.

Sind manche Rassen anfälliger für Übergewicht?
Ja. Rassen wie Labrador Retriever, Beagle und Basset Hound bei Hunden sowie die Britisch Kurzhaar bei Katzen gelten als anfälliger für Übergewicht, unter anderem wegen eines geringeren Energiebedarfs oder eines ausgeprägten Appetits. Bei diesen Rassen ist Vorbeugung besonders wichtig.

Zusammenfassung und Fazit

Übergewicht bei Hunden und Katzen entsteht meist schleichend und bleibt dadurch lange unbemerkt, obwohl es einer der größten Risikofaktoren für Gelenkbeschwerden, Diabetes und eine verkürzte Lebenserwartung ist. Der Rippentest und die Taille liefern eine zuverlässigere Einschätzung als die Zahl auf der Waage allein. Wenn Sie mit dem Abnehmen beginnen, tun Sie das schrittweise: Futter genau abwiegen, Leckerlis mitzählen, bei Bedarf spezielles Diätfutter wählen und zusätzliche Bewegung langsam aufbauen. Sind Sie sich beim richtigen Tempo unsicher, oder nimmt Ihr Tier trotz aller Anpassungen weiter zu, ziehen Sie die Tierarztpraxis hinzu. Ein paar Kilo weniger können für Ihr Haustier den Unterschied zwischen einem beschwerlichen und einem beweglichen Älterwerden ausmachen.

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