Warum können manche Vögel sprechen? 8 überraschende Fakten
, Von Michael van Wassem, 4 min Lesezeit
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Warum können Papageien und Wellensittiche sprechen, die meisten anderen Vögel aber nicht? Entdecke 8 überraschende Fakten über sprechende Vögel.
Dein Vogel piept plötzlich 'hallo', nachdem du ihm Futter gegeben hast, oder ahmt genau den Klang der Türklingel nach, obwohl niemand vor der Tür steht. Lustig, ein bisschen verwirrend, und ein gutes Beispiel dafür, wie gut manche Vögel Geräusche nachahmen können. Aber warum können manche Vögel eigentlich sprechen, und die meisten anderen gar nicht? Die Antwort liegt in einem einzigartigen Stimmorgan, einer großen Portion sozialer Intelligenz und manchmal einfach viel Übung. Im Folgenden findest du acht überraschende Fakten über sprechende Vögel, von der Funktionsweise bis dahin, was du selbst tun kannst, wenn du einen Sprecher zu Hause hast.
Anders als Säugetiere haben Vögel keinen Kehlkopf mit Stimmbändern. Ihr Klangorgan, die Syrinx, sitzt tiefer in der Luftröhre, genau an der Stelle, wo sie sich zu den Lungen teilt. Besonders ist, dass die Syrinx aus zwei Hälften besteht, die unabhängig voneinander schwingen können: manche Vögel erzeugen dadurch buchstäblich zwei Töne gleichzeitig. Bei sprechenden Vogelarten ist dieses Organ besonders flexibel, wodurch sie den Klang menschlicher Sprache erstaunlich genau nachahmen können.
Von den weltweit über 10.000 Vogelarten kann nur eine Handvoll menschliche Wörter nachahmen. Es handelt sich vor allem um Papageienvögel: den Graupapagei, Amazonen, Kakadus und Wellensittiche. Auch ein paar Singvögel können es, wie der Star und der Mynah aus der Starenfamilie. Den meisten anderen Vögeln, von Spatzen bis Kanarienvögeln, fehlt schlicht die richtige Kombination aus Stimmorgan und Nachahmungstrieb.
Papageienvögel sind von Natur aus Gruppentiere, die ständig Geräusche nutzen, um Kontakt zu ihrer Kolonie zu halten. Ein sprechender Vogel behandelt dich und deine Familie im Grunde als seine Kolonie und ahmt die Geräusche nach, die er am häufigsten hört, um sich verbunden zu fühlen, nicht weil er die Bedeutung der Wörter versteht. Deshalb übernimmt ein Vogel genauso leicht einen Mikrowellenpiepton oder ein Husten wie ein echtes Wort.
Der Graupapagei (Psittacus erithacus) gilt als der talentierteste Sprecher. Der bekannteste ist Alex, der dreißig Jahre lang von der Forscherin Irene Pepperberg untersucht wurde. Alex lernte nicht nur etwa hundert Wörter, sondern nutzte sie auch funktional: Er konnte Farben, Formen und Mengen benennen und sogar einfache Fragen beantworten. Sein Wissen gilt bis heute als einer der stärksten Belege dafür, dass Vögel zu komplexerem Denken fähig sind, als lange angenommen wurde.
Sprechen lernen fällt Vögeln, genau wie Menschen, im jungen Alter am leichtesten, durch Wiederholung und eine positive Verknüpfung. Hört ein junger Wellensittich oder Graupapagei ein Wort oft genug in einer angenehmen Situation, etwa bei Zuwendung oder einem Leckerli, übernimmt er es schneller. Auch erwachsene Vögel können noch sprechen lernen, meist mit etwas mehr Geduld und Wiederholung.
Große Papageien bekommen die meiste Aufmerksamkeit, aber auch kleine Wellensittiche können beeindruckend gut sprechen. Laut Guinness World Records lernte der Wellensittich Puck aus den USA über 1.700 Wörter, ein Rekord, der bis heute nicht gebrochen wurde. Nicht jeder Wellensittich baut einen so großen Wortschatz auf, aber es zeigt, wie viel Potenzial in diesem kleinen Vogel steckt.
Papageienvögel sind kluge, soziale Tiere, die in der Natur einen Großteil des Tages mit Futtersuche, Kommunikation und Erkunden verbringen. Ohne genug Abwechslung füllen sie diese Zeit manchmal mit wiederholten Geräuschen, Wörter eingeschlossen. Genügend geistige Herausforderung, wie natürliches Vogelspielzeug oder Futterspielzeug, hält einen Vogel aktiv und verringert das Risiko von unerwünschtem Verhalten wie übermäßigem Schreien oder Federrupfen.
Nicht jeder Vogel wird automatisch zum Sprecher, auch nicht innerhalb einer sprechenden Art: Der individuelle Charakter des Tieres spielt eine große Rolle. Möchtest du die Chance erhöhen? Wähle eine soziale Art wie einen Graupapagei, eine Amazone oder einen Wellensittich, widme ihm täglich ruhige, wiederholte Aufmerksamkeit und belohne Versuche mit einem Leckerli. Erzwinge nichts: Ein gestresster Vogel spricht weniger, nicht mehr.
Ob dein Vogel den ganzen Tag plappert oder nur gelegentlich pfeift, es geht immer um dasselbe Grundbedürfnis: einen sozialen, geistig aktiven Vogel, der sich sicher fühlt. Sorge für einen geräumigen Vogelkäfig, in dem sich dein Vogel bewegen kann, wechsle regelmäßig das Spielzeug, um Langeweile vorzubeugen, und gib ihm ab und zu ein Leckerli zum Erarbeiten als Belohnung beim Üben neuer Geräusche. So bleibt Sprechen, oder einfach nur Pfeifen, für deinen Vogel stets ein Vergnügen.